Neueinstellungen und Investitionen in St. Vinzenz

Franz Jörg Rentemeister

ALTENA ▪ „Wir haben in diesem Jahr 150 000 Euro in neue Medizintechnik investiert. Es sind Neueinstellungen – darunter auch Auszubildende – erfolgt. Ich möchte sagen, wir sind auf einem guten Weg und haben erhebliche Vorleistungen für Altena und Umgebung erbracht.“

Diese Aussagen stellte Franz Jörg Rentemeister, Geschäftsführer des St. Vinzenz-Krankenhauses, an den Anfang seiner Ausführungen vor mehr als drei Dutzend Zuhörern. Die waren auf Einladung der Kolpingsfamilie Altena Mittwochabend ins Pfarrzentrum St. Matthäus gekommen, um zu hören, wie es um das Krankenhaus steht.

Freundlichkeit schlug Rentemeister entgegen. Freundlichkeit, die er in den 17 Monaten, „wo er fast zu einem Altenaer geworden ist, obwohl er in Olpe wohnt“, wie Kolping-Vorsitzender Stefan Kemper sagte, nicht immer erfahren habe. Zwar wollte Rentemeister „nicht zurückblicken. Es macht doch nur Sinn, nach vorne zu schauen“, doch einige falsche Behauptungen stellte er dennoch klar. Nämlich: Das er sich nie um den Posten des Geschäftsführers beworben habe. Dass er nie im Sinn gehabt habe, das Krankenhaus zu schließen. Und dass weder Kirchengemeinde noch Bistum einen Beschluss gefasst hätten, St. Vinzenz in ein Rehazentrum umzuwandeln. Das war’s dann aber auch schon mit der Vergangenheitsbewältigung, die Rentemeister noch in dem Satz zusammenfasste: „Als ich angesprochen wurde, wusste ich nicht viel. Aber, wenn ich das, was ich erlebt und vorgefunden habe, damals gewusst hätte, wäre ich wohl nicht gekommen.“

Der Geschäftsführer dankte „den Mitarbeitern, Pfarrer Schmalenbach, dem Bistum und allen Gremien, die dazu beigetragen haben, dass wir auf der Lenneschiene den Häusern der Umgebung heute ganz sicher weit voraus sind.“ St. Vinzenz sei noch nicht über den Berg, das wolle er nicht verhehlen. Es gäbe noch große Außenstände, etwa von zahlungsunwilligen Krankenkassen, die er mit 250 000 Euro als bereits erbrachte Leistungen bezifferte. Die Mahnverfahren seien eingeleitet, juristischer Rat vermutlich noch nötig.

Aber – und dieses aber war die Botschaft des Abends: Mit der medizinischen Neuausrichtung des Hauses (Chirurgie, Bauchchirurgie, Ambulanz, Stärkung der Inneren Medizin mit ihren geriatrischen Ergänzungen von Ergo- Physio- und Logopädie sowie der Wiederbesetzung der gynäkologischen Praxis9 sei man auf einem guten Weg. „Ich möchte sagen, wir haben ein Rund-um-Sorglos-Paket hier in Altena.“ Dazu gehört auch eine neu in den Stiel gestoßene Zusammenarbeit mit dem Iserlohner Radiologen Dr. Sturm und Partner. Er löst einen Arzt aus Wuppertal ab.

Rentemeister arbeitet weiter vehement daran, die Kosten zu senken. So wurde eine neue EDV-Anlage angeschafft und mit einer Klinik in Volmarstein vernetzt, das Personal wird nicht mehr von einem extern eingekauften Personalberater bereut, sondern vom Klinikum in Warstein, das auch der Deutschen Klinikunion gehört. Und der Einkauf medizinischen Materials erfolgt über eine Großkette sowie das St. Elisabeth-Krankenhaus Iserlohn. Ihm seien einige Facharzt-Praxen zum Kauf angeboten worden. Welche, wollte Rentemeister nicht sagen. Die Verhandlungen liefen. Sein Fazit: „Die Bevölkerung nimmt das Haus an.“ Es laufe sicherlich noch nicht alles rund, aber die Weichen seien gestellt. Noch denkt Rentemeister nicht ans Aufhören, arbeitet aber eine Assistentin für das operative Tagesgeschäft ein.

Dietmar Flusche bat Politik und Stadt um Hilfe, wenn das Land, wie von den Grünen gefordert, einen neuen Krankenhausbedarfsplan aufstellen wolle. Er möchte nicht erleben, dann erneut um den Fortbestand des Hauses kämpfen zu müssen.

Zahlen – etwa zur Auslastung – gab es nicht. Seit es Fallpauschalen für jeden Patienten gäbe, mache das keinen Sinn mehr. Eine nannte er aber doch: Das Pflegeheim sei zu 99 Prozent belegt.

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