Altenas Bevölkerung: Es wird noch schlimmer

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Ein Bild, das in der Burgstadt bald Seltenheitswert haben könnte.

ALTENA ▪ Alle paar Jahre berechnen die Statistiker von it.NRW ihre Bevölkerungsprognosen neu – und sorgen damit in Altena stets für Negativschlagzeilen. Jede Fortschreibung kommt zu noch dramatischeren Ergebnissen. So auch die Neueste, die gestern veröffentlicht wurde.

Nach der aktuellsten Prognose sinkt die Zahl der Altenaer bis zu Jahr 2030 auf knapp 12900. Bei der letzten Berechnung dieser Art waren die Fachleute vor drei Jahren noch davon ausgegangen, dass zu diesem Zeitpunkt noch über 15000 Menschen in der Stadt leben würden. Vor etwa einem Jahr ließ die Bertelsmann-Stiftung eine Bevölkerungsprognose anfertigen. Sie kam auf 13800 Einwohner im Jahr 2030.

Träfe die neueste Prognose tatsächlich zu, dann würde die Burgstadt in den kommenden 18 Jahren fast 30 Prozent ihrer Einwohner verlieren – ein dramatischer Wert, der von keiner anderen Kommune im Land erreicht wird. NRW-weit wird der Bevölkerungsrückgang in dieser Zeitspanne unter vier Prozent betragen, für den Märkischen Kreis werden 14,4 Prozent erwartet. Überspitzt formuliert heißt das: Die Altenaer sterben also doppelt so schnell aus wie die übrigen Märker.

Diese Entwicklung wird Auswirkungen auf viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens haben. Beispiel Kindergärten: 2011 gab es in Altena noch 420 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, 2030 werden es nur 310 sein. Die Zahl der Grundschüler, also der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, geht um gut 200 auf 421 zurück. Rein rechnerisch bedeutet dass, dass an den vier Altenaer Grundschulen etwa acht Klassen weniger eingerichtet werden können als bisher.

Mehr als halbieren wird sich in den kommenden Jahren die Zahl der Jugendlichen und der jungen Erwachsenen. Lebten 2011 noch 1932 Menschen zwischen 16 und 25 Jahren in Altena, so werden es nach den Berechnungen im Jahr 2030 nur noch knapp 900 sein. Das wird vor allem für die heimischen Unternehmen Konsequenzen haben: Ihnen dürfte es in den kommenden Jahren zunehmend schwerer fallen, Nachwuchskräfte zu finden.

Insgesamt bedeutet die Entwicklung, dass in den kommenden 18 Jahren immer weniger Menschen für die Kosten der kommunalen Infrastruktur aufkommen müssen. Ausgaben beispielsweise für das Kanalnetz oder den Winterdienst reduzieren sich nämlich trotz der rückläufigen Einwohnerzahlen nicht oder allenfalls marginal.

Anders als anderswo entwickelt sich in Altena die so genannte Alterspyramide. Während in fast allen Kommunen die Zahl der 65- bis 80-Jährigen steigen wird, dürfte Altena selbst dort einen Rückgang von sieben Prozent verzeichnen. Zunehmen wird allein die Zahl der über 80-Jährigen. Sie steigt von jetzt 1102 auf 1243. ▪ Von Thomas Bender

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