"Was weiß ist, kommt weg"

Neue Straßenbeleuchtung für klammes Altena

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Mit LED-Technik hofft die Stadt Altena bei den Energiekosten zu sparen.

ALTENA ▪ Investieren, um zu sparen – nicht einfach für eine Stärkungspaktkommune wie Altena. Umso bemerkenswerter, dass die Bezirksregierung grünes Licht gegeben hat für eine NRW-weit bisher einmalige Aktion: Bis Mitte 2013 werden rund 2700 der insgesamt 3281 Straßenleuchten ausgetauscht.

„Was weiß ist, kommt weg“ – auf diese einfache Formel brachte es der städtische Tiefbauingenieur Sebastian Jülich. Weiß sind alle Quecksilberdampflampen. Sie haben einen besonders hohen Stromverbrauch, während etwa 500 Natriumdampf- und LED-Lampen im Stadtgebiet bereits neueren Standards entsprechen und bleiben können.

Natürlich verspricht sich die Stadt von der Aktion einen finanziellen Vorteil. Zwei Mio. Euro werden ausgegeben, davon kommen 418 000 Euro als Zuschuss vom Bund. Den Rest finanziert die Stadt zu besonders günstigen Konditionen bei der KfW-Bank.

Noch in diesem Jahrzehnt werde sich die Investition amortisieren, hat Stadtkämmerer Kemper ausgerechnet und einen sechsstelligen Betrag in den Haushaltskonsolidierungsplan gestellt, in dem er darstellen muss, wie die Stadtfinanzen in den nächsten Jahren saniert werden sollen.

350- bis 400 000 Euro zahlt die Stadt jährlich an Stromkosten für das Straßenlicht – dieser Betrag wird sich fast halbieren. Hinzu kommt, dass sich nach der flächendeckenden Erneuerung in den kommenden Jahren die Ausgaben für Wartungskosten deutlich reduzieren dürften. Dafür beschäftigt die Stadt nicht nur einen eigenen Elektriker, sondern sie hat auch einen Wartungsauftrag an eine Fremdfirma vergeben. Den könne man jetzt kündigen, meint Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein.

Dass sich bei der Straßenbeleuchtung viel Geld sparen lässt, hatte zunächst die Gemeindeprüfungsanstalt bei der intensiven Durchleuchtung der Altenaer Stadtfinanzen festgestellt. Dann wurde ein Gutachter beauftragt, der genaue Zahlen lieferte – sie bildeten die Grundlage für den Zuschussantrag. Anfang des Monats kam der Bewilligungsbescheid, Jülich bereitet zur Zeit die Ausschreibung vor. Er rechnet damit, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen wird.

Ausgetauscht werden nur die Leuchten und Steuergeräte – die Masten bleiben stehen, abgesehen von ein paar arg angerosteten Exemplaren. Auch die Kabel können bleiben. Zwei Besonderheiten haben die neuen Lampen: Sie leuchten nur nach unten und nicht mehr in die Fenster benachbarter Häuser. Und sie lassen sich dimmen, was die Stadt zumindest in den tiefen Nachtstunden an Anliegerstraßen auch tun wird. ▪ ben.-

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