Neue Regelungen für Angler

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Angler an der Lenne: Forellen sind erlaubt, dafür sind Äschen das ganze Jahr tabu.

Altena -  An Lenne und Ruhr gilt ab sofort eine ganzjährige Schonzeit für die Äsche. Das teilte nun der Märkische Kreis in seinen neuen Regelungen für Angler mit.

Michael Plata, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Lennetaler Sportfischereivereine (IGL), hält diese Maßnahme für sinnvoll – sie kommt seiner Meinung nach nur Jahre zu spät. Er habe die rund 800 Mitglieder der IGL bereits im Jahr 2004 zu Schutzmaßnahmen aufgerufen. Ein zweijähriges Fangverbot bis 2006 war die Folge, der Bestand hatte sich jedoch nicht verbessert, so Plata.

„Die Bestände zu halten, wird schwer“, sagt der IGL-Vorsitzende. Jetzt würde nur noch ein Prozent von dem Bestand existieren, den es in den 90-er Jahren gab. Damals hätten Plata und seine Anglerkollegen rund 800 Äschen gefangen, im vergangenen Jahr tauchten sie in ihrem Fangbestand gar nicht mehr auf.

Die eigentliche Bedrohung für den Bestand der Äsche stellt der Kormoran dar. Dem Tauchvogel falle es besonders leicht, diese zu fangen, so Plata, da die Äsche ein Schwarmfisch ist und daher kein Fluchtverhalten hat. Um den Kormoran auszuschalten, müsste man ihn beschießen. „Das ist die einzige Möglichkeit“, so Plata. Aber dafür müssten Genehmigungen vom Kreis her und die Einwilligung von Jägern, den Kormoran abzuschießen.

Die neuen Anglerregelungen heben außerdem die bisherigen Schutzbestimmungen für die nicht heimischen Fischarten Regenbogenforelle und Bachsaibling auf. Auch das hält Plata für eine sinnvolle Entscheidung, da diese Fische dominanter sind als die heimischen Arten wie Äsche und Bachforelle und sie so nach und nach verdrängen.

In Zukunft sollte laut Plata auch verstärkt auf Schutzmaßnahmen von Wanderfischen Wert gelegt werden. Diese seien vor allem durch Kraftwerke bedroht. Ihre Abwanderung ins Meer, die in etwa zwischen Oktober und Februar stattfindet, würden sie so häufig nicht schaffen.

Für den IGL-Vorsitzenden sei es besonders wichtig, dass solche Maßnahmen rechtzeitig getroffen werden, und nicht erst, wenn der Fischbestand schon enorm dezimiert ist.

Von Nathalie Kirsch

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