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Neue Polizeiwache im alten Bahnhof - mit kugelsicheren Wänden

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Von: Thomas Bender

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Vom Bahnhof zur Polizeiwache: Baubesprechung mit Bauleiter Karl-Heinz Weischede, dem Bauherrn Andreas Opitz und dem zukünftigen Hausherrn Markus Nowak (von links) im alten Bahnhof in Altena.
Das alte Bahnhofsgebäude wird zur Polizeiwache: Baubesprechung mit Bauleiter Karl-Heinz Weischede, dem Bauherrn Andreas Opitz und dem zukünftigen Hausherrn Markus Nowak (von links) . © Thomas Bender

Altenas Polizeiwache zieht in den alten Bahnhof. Derzeit laufen die Umbauarbeiten. Die Fenster werden vergittert und die Wände kugelsicher gemacht. Doch die Arbeiten verzögern sich.

Altena – Mal eben einen Nagel in die Wand schlagen, um einen Kalender daran aufzuhängen? Das wird nicht so einfach sein in der neuen Polizeiwache, die gerade im alten Bahnhofsgebäude entsteht: Die Rigipswände, die dort eingezogen werden, müssen – wie auch die Fenster im Erdgeschoss – durchschusssicher sein. Deshalb wird unterm Putz eine Metallplatte verbaut.

Immer donnerstags ist Baubesprechung in einem kleinen Besprechungsraum der Ruhl und Kraus Immobilien GmbH. Oft geht es dabei um Lieferschwierigkeiten: „Auf die neuen Innentüren warten wir 24 Wochen“, klagt Bauleiter Karl-Heinz Weischede. „Vieles haben wir sofort bestellt, als wir im vergangenen Jahr den Vertrag unterschrieben haben“, berichtet Bauherr Andreas Opitz.

Gesperrte Bahnstrecke erleichtert Arbeiten

Auch die Vereinbarungen mit den wichtigsten Handwerkern wurden damals bereits getroffen, „die halten sich auch daran – trotz Flut“, ist Opitz zufrieden. Zugute kommt ihm die Tatsache, dass auf der Ruhr-Sieg-Strecke seit dem Unwetter am 14. Juli kein Zug mehr fährt. Das erleichtert Arbeiten an Dach und Fassade ganz erheblich. An stromführenden Fahrdrähten der Bahn dürfen Gerüste nur unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen aufgebaut werden.

Blick aufs Dach des alten Bahnhofsgebäudes in Altena: Für die Arbeiten dort werden Gerüste gebraucht. Da ist es hilfreich, dass auf der Ruhr-Sieg-Strecke gerade der Verkehr ruht.
Blick aufs Dach des alten Bahnhofsgebäudes in Altena: Für die Arbeiten dort werden Gerüste gebraucht. Da ist es hilfreich, dass auf der Ruhr-Sieg-Strecke gerade der Verkehr ruht. © Thomas Bender

Trotzdem hinken die Arbeiten schon einige Wochen hinter dem Zeitplan her. Das liegt natürlich auch daran, dass es sich nicht um einen Neubau, sondern um ein altes und denkmalgeschütztes Gebäude handelt. „Wir packen praktisch jede Woche irgendeine Ecke an, wo es nicht so läuft wie erwartet“, meint Opitz. Bauleiter Weischede geht das relativ pragmatisch an: „Mach’ Dir nicht so viele Köppe“, rät er seinem Auftraggeber. Wegen der hohen Sicherheitsauflagen der Polizei ist diese Baustelle auch für ihn ein Novum: „Das sind ganz schwere Sachen, aber hochinteressant“, sagt er.

Schlüsselübergabe für Frühjahr 2022 geplant

Die meisten Zwischenwände stehen, müssen aber größtenteils noch gespachtelt, gestrichen und tapeziert werden. Etliche Kilometer Strom- und Datenkabel sind bereits verlegt, müssen aber alle noch angeschlossen werden. Böden und Decken fehlen noch, auch die Sanitäranlagen befinden sich noch im Rohbaustadium. Es gibt also noch eine Menge zu tun, bevor im Frühjahr 2022 der Polizei die Schlüssel übergeben werden können.

Einziehen kann der neue Mieter dann aber noch immer nicht: Erst einmal müssen dann polizeieigene Techniker polizeispezifische Dinge wie zum Beispiel die Funkgeräte installieren.

Neue Heimat für rund zwei Dutzend Polizisten

„Es ist schön, dass wir dann topmodern aufgestellt sind“, meint Markus Nowak, der als Leiter der Polizeiwache Altena neuer Hausherr in diesem Teil des Bahnhofes wird. Etwa 500 Quadratmeter stehen dann den rund zwei Dutzend Polizisten, die in Altena Dienst tun, zur Verfügung – viel weniger als in der jetzigen Wache, die aber auch für deutlich mehr Personal konzeptioniert war.

Ein bisschen Wehmut sei mit dem Umzug schon verbunden, sagt Nowak, der seit 1999 schon mal für ein paar Jahre in Altena und damit in der Wache im Stapel-Center eingesetzt war. Er freue sich aber auch auf den Charme, den das Bahnhofsgebäude trotz der erheblichen Umbauten ausstrahle: „Ich mag so etwas.“

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