Ehemalige Testesser für McDonalds

Neue Pächter: Der "Windsack" am Hegenscheid wird kräftig umgebaut

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Die neuen Pächter: Michael und Jule Mamok mit Beagle-Rüde „Fritz“. 

Altena – Mit dem Pachten der Gaststätte „Zum Windsack“ am Flugplatz Hegenscheid haben sich Michael Mamok (60) und seine Ehefrau Jule (57) einen Lebenstraum erfüllt. Das große Geld wollen sie damit nicht machen, nehmen gerade aber viel Geld in die Hand.

Schon lange wollten sich die beiden Iserlohner selbstständig machen, waren einige Zeit lang als Testesser tätig, unter anderem auch für McDonalds. „Da haben wir gemerkt, dass Systemgastronomie nicht das Richtige für uns wäre“, sagt Jule Mamok schmunzelnd.

Der Zeitpunkt passte

In ihrer Funktion als Tester haben die beiden viele Gastrobetriebe gesehen und konnten sich dabei auch einiges abschauen. „Wir haben damals schon gesagt, dass wir irgendwann selbst mal ein Lokal oder eine Kneipe haben wollen.“ Bis vor Kurzem betrieben die Mamoks „nebenbei“ noch die Küche in einem Sportvereinsheim. Nun war die Gelegenheit günstig sich neu zu orientieren, denn Jule Mamoks letzter Arbeitsvertrag war gerade ausgelaufen.

Sowohl sie als auch ihr Mann Michael kommen eigentlich aus kaufmännischen Berufen. Jule Mamok hatte also die freie Wahl für die nächste Arbeitsstelle. Dass es schließlich der „Windsack“ wurde, war mehr Zufall als geplant, obgleich Mamok das Gasthaus als gebürtige Iserlohnerin schon von Kindheitstagen an kennt. An Systemgastronomie erinnert am Hegenscheid wahrhaftig nichts. Der „Windsack“ liegt inmitten der Natur zwischen Altena und Iserlohn und auf etwa 470 Metern Höhe.

Der Eingangsbereich "Zum Windsack": Man kann schon auf dem Foto erahnen wie grün und naturbelassen es in der näheren Umgebung ist.

Wanderer und Radfahrer lieben den Hegenscheid. Die Sportler mussten rund ein Jahr auf erfrischende Getränke oder stärkende Snacks verzichten, denn so lange stand der „Windsack“ leer. Michael und Jule Mamok sind jetzt dabei, das Lokal zu renovieren. „Eigentlich hatten wir das gar nicht vor“, sagt Michael Mamok. Seine Ehefrau ergänzt: „Wir wollten erst einmal wiedereröffnen und dann sehen, was wir nach und nach ändern.“ Nun sei durch die Corona-Zwangspause aber die Zeit da, um Hand anzulegen. 

Vieles wird neu, aber das rustikale Flair soll erhalten bleiben

„Heller und offener soll es werden“, benennt Jule Mamok das Hauptziel und betont, dass gleichzeitig der alte, rustikale Flair erhalten bleiben soll. Entfernt wurden die schweren Bänke in der Gaststätte und durch Stühle ersetzt. „Wir müssen sehen, wie viele Plätze bleiben“, sagt Michael Mamok, denn die Stühle müssen in Coronazeiten so gestellt werden, dass ausreichend viel Platz zwischen den Gästen eingehalten wird.

Im Innenraum liegt bereits ein neuer Holzfußboden. 

Erneuert wird zudem die Beleuchtung, und auch die Wände bekommen einen frischen Anstrich. Neuer Fußboden ist bereits verlegt worden. Einige der alten Schränke sollen bleiben – und natürlich auch der Propeller über dem Tresen, der zu der Flieger-Gaststätte „einfach dazugehört“. Der Tresen selbst wird noch etwas umgestaltet, der Biergarten und ein paar Weinfässer, die als Stehtische dienen, werden hergerichtet.

Im Außenbereich sollen auch Live-Konzerte und kleinere Events unter freiem Himmel stattfinden. Für die Lindberg-Stube, einen Nebenraum, haben die Mamoks schon jetzt Anfragen erhalten. Der Raum kann für Veranstaltungen gemietet werden. Derzeit lagern dort die ausrangierten Bänke. Von außen wird der „Windsack“ mit Holz verkleidet, sodass er in absehbarer Zeit wie eine typische Almhütte aussieht und sich als solche gut in das bergige und weitläufige Landschaftsbild fügen wird. Gekocht wird im „Windsack“ frisch.

Rustikale Küche mit "etwas feineren" Gerichten

Tiefgekühlte Fertiggerichte möchte Jule Mamok in ihrer Küche nicht sehen. Die Speisen sind sauerländisch-rustikal: Pfefferpotthast, frische Sülze, Schnitzel („aber nicht in fünf verschiedenen Variationen“), Steak, Reibekuchen und mehr. „Aber etwas feiner“, sagt die zukünftige Köchin – ohne das Geheimnis dahinter zu verraten. Was die Zukunft angeht, so sind die Mamoks noch optimistisch.

In der Küche hat eine neue Kaffeemaschine Einzug gehalten, mit der Mamoks gerade die Fenster-Kunden bewirten.

Natürlich habe die Coronakrise auch ihnen einen Dämpfer verpasst, aber „hätten wir schon eröffnet gehabt, würde es uns jetzt viel schlimmer treffen“. Der Luftsportverein Hegenscheid als Verpächter zeige sich außerdem sehr kulant. Dennoch hoffen Mamoks natürlich, dass es bald losgehen kann. Bisher können sie nur einen Fensterverkauf machen, den die Stadt Iserlohn genehmigt hat.

Wenige Sorgen um die Zukunft der Gaststätte

 Generell machen sich beide um die Zukunft der Gaststätte aber nur wenige Sorgen. „Hier gibt es Ausflugs-tourismus, das läuft eigentlich von allein“, sagt Jule Mamok. Ihr Mann ergänzt, dass Wanderungen zudem immer beliebter würden, gerade auch bei jüngeren Menschen. Das Sauerland mit seinen Bergen und Tälern und den großen Waldflächen biete dafür ideale Voraussetzungen – inklusive einer Einkehr im „Windsack“.

Öffnungszeiten

Wenn es einmal so weit ist, dass der „Windsack“ seine Pforten wieder öffnen darf, möchten Mamoks die Gäste in diesen Zeiten bewirten: dienstags bis sonntags zwischen 11 und 21 Uhr. Dienstags und mittwochs gibt es allerdings nur Kaffee und Kuchen und keine warmen Gerichte nach Karte. Montag ist Ruhetag im „Windsack“.

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