Neue Lotsinnen helfen bei Behördengängen

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Waltraud Doual (links) freut sich, dass es im Stellwerk jetzt auch Ansprechpartnerinnen für Menschen mit Migrationshindergrund gibt. Sebile Topcu (Mitte) und Ibis Songül sind zwei der drei neuen Integrationslotsinnen.

ALTENA - Jetzt hat auch Altena drei Integrationslotsinnen: Songül Ibis, Nezihe Gülleroglu und Sebile Topcu haben einen entsprechenden Lehrgang beim Märkischen Kreis besucht. Ab sofort stehen sie Ausländern, die Probleme gleich welcher Art haben, mit Rat und Tat zur Verfügung. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und Wolfgang Friess als zuständiger Fachbereichsleiter wünschten ihnen gestern viel Glück für ihre neue Aufgabe und betonten, wie wichtig ihre ehrenamtliche Arbeit ist.

Die drei türkischstämmigen Frauen sind Ansprechpartnerinnen für Migranten aus allen Ländern: Durch die Ausbildung habe sie Kontakt auch zu Russen, Kurden und Angehörigen anderer Nationalitäten bekommen, erklärte Ibis Songül gestern. Deshalb könne sie auch dann, wenn sie selber nicht weiter wisse, ganz gezielt passende Ansprechpartner vermitteln.

Das ist das eine Netzwerk, in das die Integrationslotsinnen eingebunden sind. Das andere ist das Stellwerk. Dort sind die Frauen während der üblichen Öffnungszeiten (montags 9.30 bis 12 Uhr, donnerstags 15.30 bis 17 Uhr, Tel. 0 23 52/209-233) ansprechbar, dort arbeiten sie bei Bedarf auch mit den bereits vorhandenen Behördenlotsen zusammen. Das sind oft ehemalige Verwaltungsmitarbeiter und damit echte Profis im Behördendschungel.

Mit deutscher Bürokratie kennt sich aber auch Songül Ibis schon ganz gut aus: Die 39-Jährige hilft ihren Landsleuten schon seit vielen Jahren bei deren Kontakten zu Behörden: „Die sind sehr dankbar“ sagte sie und meint damit deutsche Sachbearbeiter, für die ein Dolmetscher mit Grundkenntnissen in Verwaltungskunde eine große Erleichterung darstellen. Mit leuchtenden Augen berichtete Ibis von einem Bekannten, dem sie seit acht Jahren hilft und der heute eingebürgert wird. Das sie zu diesem Fest eingeladen ist, ist für sie eine Bestätigung ihrer Arbeit.

Sebile Topcu möchte neben der Hilfe bei Behördengängen einen zweiten Schwerpunkt setzen: Sie plant eine Zusammenarbeit mit den Schulen im Stadtgebiet. Es sei wichtig, dass bei Schulproblemen schnell geholfen werde, argumentiert sie und setzt unter anderem auf Nachhilfe insbesondere beim Erlernen der deutschen Sprache.

Insgesamt habe die Integration in Altena in den vergangenen Jahrzehnten gut funktioniert – diesen Eindruck teilte der Bürgermeister mit. Hollstein führt das auf den mit neun Prozent recht niedrigen Ausländeranteil und die Überschaubarkeit der Stadt zurück.

von Thomas Bender

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