Neue Impulse für den „Tag des Denkmals“

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Denkmalpfleger Jürgen Wagner (2.v.l.) im Gespräch mit Angelika Wagner, Annette Wesemann, Monika Biroth und Ursula Rinke (v.l.). Ganz vorn: Erich Pulger vom Förderverein der Stadtbücherei vor den historischen Selve-Arbeiterhäusern.

ALTENA - Für Stadtführerin Ursula Rinke ist Unternehmer Gustav Selve (1842 bis 1909) „ein außergewöhnlicher Mann“. Und auf seine nach wie vor sichtbaren Spuren am Ort setzt sich jetzt eine engagierte Gruppe Burgstädter beim „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 11. September.

Gestern, vor dem Haus Lennestein: Denkmalpfleger Jürgen Wagner, Stadtarchivarin Monika Biroth, Jugendamts-Mitarbeiterin Angelika Wagner und Kollegin Annette Wiesemann, Stadtbücherei-Fördervereinsvorstand Erich Pulger sowie Stadtführerin Ursula Rinke erläutern das Aktionspaket zum Denkmaltag, das sie gemeinsam geschnürt haben. Mitten drin jener Gustav Selve, der im 19. Jahrhundert deutschlandweit und besonders in Altena ein außergewöhnlicher Industrieller war. Er baute nicht nur ein gigantisches Firmenimperium auf, sondern schuf in diesem Zusammenhang auch viele soziale Einrichtungen für seine Werksangehörigen und die Bürger der Stadt.

„Romantik, Realismus, Revolution – das 19. Jahrhundert“ – so ist der Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr landesweit überschrieben. Und vor dem Ensemble aus denkmalgeschützten Gebäuden im Bereich Lennestein, bestehend aus Selve-Arbeiter- und Vorarbeiterhäusern, der Prokuristenvilla und dem Arbeiterfestsaalgebäude Haus Lennestein, wird es am 11. September spannend.

Interessierte können sich an diesem Tag im Lennestein von 10 bis 18 Uhr nicht nur eine historische und aktuelle Fotoausstellung sowie Dokumente ansehen. Jürgen Wagner und Ursula Rinke geben auch beredt Auskunft über Selve und sein Werk und bieten Spaziergänge zu den Häusern und zum Denkmal des „stillen Gustav“ an. Info-Material und Bücher zum Thema gibt es käuflich zu erwerben.

Nach dem eigentlichen Denkmaltag wird die Ausstellung in Altenaer Schulen wandern und auch im Unterricht behandelt werden. Mitmachen werden Hauptschule Rahmede und Richard-Schirrmann-Realschule. Zusätzlich wird das Phänomen Selve Kindern im Rahmen von Geo-Caching-Touren spielerisch näher gebracht. Hier ist auch die Förderschule Drescheider Berg mit dabei. Diese GPS-gesteuerte Schatzsuche auf Selves-Spuren führt durch die ganze Stadt. Belohnt werden die Teilnehmer mit einem „Selve-Schatz“ und einem Teilnahmezertifikat für die Klasse.

Nach Ende der Ausstellung in den Schulen werden Bilder und Dokumente vom 29. September bis 28. Oktober im Lesecafé der Bücherei zu sehen sein.

„Gustav Selve war zwar ein Patriarch. Aber zu seinen Mitarbeitern wie ein Vater“, sagt Ursula Rinke. Vielleicht, so stellte es Denkmalpfleger Jürgen Wagner in Aussicht, gelinge es auch, am 11. September eines der alten Arbeiterhäuser an der Werdohler Straße von innen zu besichtigen.

von Johannes Bonnekoh

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