Kreis bringt alle 32 Pflegeheim-Bewohner zum 1. April unter

Neue Heimat im ganzen Kreis gefunden

+
Der Kreis hat Pflegeplätze für 32 von der Vinzenz-Schließung betroffene Frauen und Männer gefunden.

Altena - „Wir haben ausnahmslos alle 32 Frauen und Männer, die bisher im Pflegeheim St. Vinzenz leben und wohnen, zum 31. März auf andere Einrichtungen verteilt und neu untergebracht.“ Das sagte am Donnerstag, 23. März,  Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises.

Nach dem überraschenden und sehr kurzfristig von der Insolvenzverwaltung Husemann und Partner, Dortmund, mitgeteilten Aus der Einrichtung mit kaum 14 Tagen Vorlauf „ist das eine gute Nachricht“, konstatierte der Kreissprecher weiter. Aufgenommen werden die Bewohner in Einrichtungen in Altena, Nachrodt-Wiblingwerde, Iserlohn, Werdohl, Lüdenscheid, Menden und in Herscheid. Kritik in Richtung des Dortmunder Insolvenzverwalter-Büros gab es aber auch.

Schlechte Information

 So habe Rechtsanwalt Achim Thomas Thiele den Märkischen Kreis erst sehr spät informiert. „Da hatten wir bereits die Maschinerie angeworfen“, so Klein. Es sei einfach schwer für seine Behörde, den Insolvenzverwalter überhaupt persönlich zu erreichen. Der sei kaum greifbar. Husemann und Partner teilten gestern auf Anfrage mit, „wir haben nichts Neues zu berichten“. Zwar bestätigte es die erfreuliche Nachricht in unerfreulichem Umfeld – niemand wünsche sich so etwas nun einmal – „aber wir haben am Mittwoch mit den Bewohnern und ihren Angehörigen gesprochen, um alles in die Wege zu leiten.“

Christa van der Beck, Leitung des Ellen-Scheuner-Hauses, Altena.

 Christa van der Beck, Einrichtungsleiterin im örtlichen Ellen-Scheuner-Haus, gab eine Einschätzung. Auch ihre Einrichtung nimmt Personen neu auf, obwohl es bekanntermaßen „natürlich eine Warteliste gibt.“ Es sei wichtig, Pflegebedürftige und nicht nur diesen Personenkreis so weit als möglich in Altena unterzubringen. „Dieser Aufgabe haben wir uns gestellt. Wie das weitergeht und ob noch weitere Bewohner zurück in die Burgstadt kommen wollen, müssen wir sehen.“ Das Ganze sei für die Betroffenen und ihre Angehörigen zweifellos sehr schwer. „Es sind Beziehungen unter den Bewohnern gewachsen. Die Frauen und Männer kannten sich im Haus aus, wussten um die Wege und haben sicherlich auch Beziehungen zum Personal aufgebaut.“ Dass sie sich jetzt fern von Altena völlig neu eingewöhnen müssten, neue Gegebenheiten vorfänden, sei sicherlich für alle die, die Hilfe benötigten und pflegerisch auf sie angewiesen seien, eine „besondere Herausforderung.“

Schnell und gut klar kommen

 Van der Beck erinnerte daran, dass St. Vinzenz bereits in der Vergangenheit Plätze reduziert habe und es eine Kraftleistung aller beteiligten Heime sei, jetzt so kurzfristig helfend einzuspringen. Sie selbst glaube, dass die betroffenen Menschen mit dem neuen Pflegepersonal „schnell und gut klar kommen. Die sind – nicht nur bei uns – freundlich, hilfsbereit und geschult. Wichtig ist jetzt, auch den Angehörigen zu helfen.“ Diese Veränderungen, die jetzt anstünden, „könne man nur gemeinsam lösen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare