Palliativ-Station für mehr Lebensqualität

Sponsoren haben für ansprechende Farbe und Bildern in den Patientenzimmern gesorgt. Foto: Hornemann

Altena - Drei Monate ist die Palliativstation im St. Vinzenz in Betrieb und das Team hat seither durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Für schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen bietet sie eine Gelegenheit, kurz durchzuatmen. Nicht die Heilung ist dort Ziel, sondern das Erlangen von Schmerzfreiheit und einem positiven Lebensgefühl – gerade, weil die Zeit dieser Patienten begrenzt ist.

Auf Station 2A ticken die Uhren anders. Herr B. hat heute früh noch keinen Appetit und auch keine Lust auf Ergo-Therapie – dann darf er sich gern noch einmal im Bett umdrehen und seinen Tag später beginnen. Vielleicht hat er schlaflose Nächte gehabt und genießt nun, dass ihm die Erholung gegönnt ist. „Solche Erfolge zu erlangen ist unser Ziel“, erklärt Palliativmediziner Dr. Matthias Giesel.

Ärzte, Schwestern, Pfleger, Ergo- und Physiotherapeuten und ab Januar 2015 auch ein Psychologe kümmern sich darum, dass es Erkrankten in ihrer letzten Lebensphase wieder gut geht. „Wir müssen nicht mehr heilen, sondern dafür sorgen, dass Symptome gelindert werden, die dem Menschen die Lebensfreude nehmen“, erklärt Dr. Giesel. Frei von Atemnot und Schmerzen freuen sich die meisten in der Regel auf ihre Rückkehr in die eigenen vier Wände. „Manche versterben natürlich auch hier. Wir nehmen die Menschen ja in den unterschiedlichen Stadien ihrer Erkrankung auf“, so Giesel.

Sie können auch wiederkommen, sollte sich ihr Zustand erneut verschlimmern – ohne Einweisung durch den Hausarzt. „Die Krankenkassen haben für Palliativpatienten weniger straffe Regelungen“, so Dr. Matthias Giesel.

Allerdings ist das alles in der Bevölkerung noch wenig bekannt. Das Team der neuen Station will sich deshalb mit den lokalen Palliativnetzwerken und Trauercafés verknüpfen. Am 20. Januar findet ein Abend der Palliativmedizin im Vinzenz statt. Um 17 Uhr wird im Gesundheitszentrum der Film „Halt auf halber Strecke“ gezeigt, anschließend gibt es eine Führung über die Station und Gelegenheit zum Gespräch.

Die junge Einheit im Vinzenz wächst noch. Dirk Mertens, Technischer Leiter des Hauses, der für die Einrichtung und Gestaltung der freundlichen Einzelzimmer mitverantwortlich war, plant noch einen Clou: Eine mit Pflegebett befahrbare Terrasse. „Dafür suchen wir noch Sponsoren.“

Von Ina Hornemann

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