Lockerungen

Corona in Altena: Das ist jetzt wieder möglich

Verlockende Perspektiven bieten sich zumindest in der Außengastronomie.
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Verlockende Perspektiven bieten sich zumindest in der Außengastronomie.

Die Corona-Lage im MK entspannt sich. Gastronomie, Einzelhandel, Fitnessstudios, Kultur - das ist in Altena jetzt wieder erlaubt, und das nicht.

Altena/Nachrodt – Seit Freitag, 28. Mai, ist die neue Coronaschutzverordnung des Landes NRW in Kraft, deren Schutzmaßnahmen in drei Inzidenzklassen unterteilt sind (wir berichteten). Der Märkische Kreis, der am Freitag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 57,3 Neuninfizierten pro 100 000 Einwohner aufwies, befindet sich damit zunächst in der Inzidenzstufe 3. Wir haben nachgefragt, was sich dadurch ändert.

Gastronomie

Vorsichtiges Aufatmen ist durch die neue Verordnung vor allem in der Gastronomie möglich. Im Außenbereich ist das Bewirten von getesteten, geimpften oder genesenen Personen wieder erlaubt. Kai Spelsberg, Juniorchef des gleichnamigen Gasthofs am Großendrescheid, übt sich noch in Geduld. Er möchte mit der Bewirtung erst am 3. Juni starten. „Wir brauchen etwas Zeit, um die Küche hochzufahren. Sieben Monate hatten wir geschlossen – Kaffeemaschine und Kühlung müssen nach dieser Zeit erstmal gewartet werden“, erklärt Spelsberg. Davon einmal abgesehen, wolle er aber auch einen kleinen „Sicherheitspuffer“ haben. Theoretisch ist der Betrieb im Außenbereich schon seit vergangenem Sonntag wieder möglich. „Das war mir die Inzidenz aber noch zu hoch. Es hätte nicht viel gebraucht, um wieder schließen zu müssen.“ Spelsberg hofft, dass bis zum 3. Juni die Inzidenz unter 50 fällt. Dann ist der Betrieb im Außenbereich auch ohne Tests möglich, zudem darf unter Auflagen die Innengastronomie öffnen.

Dass die nächste Inzidenzstufe schnell erreicht wird, darauf hofft auch Manfred Winkhaus, Wirt der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ in Wiblingwerde. „Kontrollen und die Nachverfolgung – das ist mir alles zu umständlich“, sagt er. Außerdem befürchtet Winkhaus im Außenbereich praktische Probleme: Es gibt Auflagen, wie viele Personen aus verschiedenen Haushalten sich an einem Tisch aufhalten dürfen. „Wenn Gäste kommen, die sich kennen, setzen sie sich wahrscheinlich zueinander.“ Das ständig im Blick zu haben und sich gleichzeitig um die Bewirtung zu kümmern – Winkhaus möchte das nicht leisten. Er wartet lieber ab...

Beide Gaststätten bieten übrigens auch Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste an. Kai Spelsberg freut sich: „Ich habe schon die ersten Urlaubsgäste im Hotel eingecheckt!“ Auch bei Manfred Winkhaus laufe es „ganz gut“. In den Ferienwohnung kommen vor allem Monteure unter.

Einzelhandel

„Es ist wieder möglich einzukaufen.“ So fasst Friederike Haar, Inhaberin des Geschäfts Zetzmann und Bröer, das unter anderem eine bei Handwerkern geschätzte Eisenwarenabteilung hat, die wesentliche Neuerung zusammen. Pro 20 Quadratmeter darf ein Kunde in den Laden. Bei Friederike Haar sind es maximal drei Personen, die eingelassen werden. Testpflicht sowie das System „Click & Meet“ fallen in der Inzidenzstufe 3 weg. Die Geschäftsfrau aus Altena ist erleichtert. „Es wird alles wieder besser – zumindest hoffen wir das.“ Bis zuletzt hatte sie Waren am Hintereingang zum Abholen verkauft. Damit ist jetzt vorerst Schluss. „Man muss sich im Geschäft jetzt erstmal wieder einarbeiten“, sagt Haar. Das koste sie einige Anstrengung, denn ihren Laden schmeißt die Altenaerin ganz alleine.

Jugendzentren

Die Jugendzentren in Altena und Nachrodt sind noch zurückhaltend. Gruppenangebote sind laut Landesverordnung derzeit mit zehn getesteten Jugendlichen im Innenbereich und 20 getesteten Jugendlichen im Außenbereich möglich. „Wir werden die Öffnung und Angebote erst einmal planen müssen“, sagt Agnes Goniwiecha, Abteilungsleiterin für Jugend- und Familienangelegenheiten in Altena. Am Freitag habe sie die endgültige Verordnung mit allen Informationen erhalten; in der kommenden Woche soll eine Besprechung dazu stattfinden. Im Augenblick sind die Jugendzentren noch geschlossen.

Etwas anders ist die Situation in Nachrodt: Wie Deborah Pahlmann, Leiterin des Jugendzentrums, erklärt, habe man die Einrichtung geöffnet. Allerdings werden maximal fünf Besucher gleichzeitig unter Einhaltung strenger Vorschriften eingelassen. Nächste Woche soll es auch in Nachrodt eine Besprechung zum weiteren Vorgehen geben, so Pahlmann.

Kinos

Um sich für das weitere Vorgehen abzustimmen, nahm Nicole Güldner, Betreiberin des Apollo-Service-Kinos in Altena, am Dienstag an einer Online-Besprechung des Dachverbandes HDF Kino teil. Sie strebt die Wiedereröffnung des Kinos nun zum 1. Juli an. Der HDF spricht sich für eine bundeseinheitliche Wiederaufnahme des Betriebs auf. Das hat vor allem mit dem Verleih zu tun: Neue Filme kämen erst dann auf den Markt, wenn sie bundesweit gezeigt werden könnten, erklärt Güldner.

Kulurelles

Einiges wird durch die neue Verordnung auch im Bereich der Kulturveranstaltungen wieder möglich. Ob es schon Ideen für Altena gibt? Zu dieser Frage war Kulturring-Chef Wolfgang Noack am Freitag nicht zu erreichen.

Fitnessstudio

In der Fitness-Factory dürfte sich durch die neue Verordnung erst einmal nichts ändern. Erst ab Inzidenzstufe 2 (unter 50) sind Lockerungen für Sport im Innenbereich vorgesehen.

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