Neue Chefs für zwei Einrichtungen

Männer erobern Kitas im MK 

Vor allem fehlt es in Hessen an Erzieherinnen und Erziehern. 
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Immer mehr Männer arbeiten in Kitas

Von wegen Frauensache: Die Zahl der Männer in den Kitas nimmt zu - als Erzieher und Chefs. In einer Stadt im Mk gibt es gleich zwei neue Mänenr an der Spitze von zwei Kitas.

Altena – 47 695 Männer waren im Jahr 2020 in deutschen Kindertageseinrichtungen tätig. Ihre Anzahl hat sich somit seit 2010 mehr als verdreifacht. Die Männerquote beim pädagogischen und leitenden Personal ist zeitgleich von 3,6 auf 7,1 Prozent gestiegen, wie das Fachkräftebarometer Frühe Bildung ausweist.

Der Trend macht sich auch in Altena bemerkbar: Gleich zwei Erzieher haben Anfang August die Leitung einer Kita übernommen. Die beiden katholischen Einrichtungen St. Matthäus und St. Katharina werden nun von Männern geführt.

Berufswahl von Eltern geprägt

In Letzterer ist Yasin Gersch der neue Chef. Seit 2011 ist er als Erzieher für den Kita-Zweckverband im Bistum Essen tätig. Wie er dazu kam, diesen Beruf zu wählen? „Meine Mutter ist Sozialarbeiterin und mein Papa Sozialpädagoge“, schmunzelt der 45-Jährige. Das habe ihn sicherlich geprägt.

Yasin Gersch leitet die Kita St. Katharina in Altena

Zudem engagierte er sich viele Jahre als Betreuer der Kinderfreizeiten von St. Matthäus, an denen er selbst als Kind schon regelmäßig teilgenommen hat. „Ich habe immer gerne mit Kindern gearbeitet. Es macht mir einfach Freude, ihnen etwas beizubringen und zu sehen, wie sie das Erlernte widerspiegeln.“

Neuer Job als Chef: „Ist schon stressiger geworden“

In den vergangenen zehn Jahren tat Gersch genau das in der Kita St. Elisabeth in Nachrodt. Für die Stelle als Leiter des Kindergartens St. Katharina am Finkenweg bewarb er sich, um sich weiterzuentwickeln. Sein Team besteht dort aus fünf Pädagogen, einer Hauswirtschaftsangestellten und einer Reinigungskraft.

Gemeinsam kümmern sie sich um das Wohl von 45 Kindern, davon sind sechs unter drei Jahren. „Es ist schon etwas stressiger geworden“, sagt Gersch. 85 Prozent seiner Arbeitszeit widmet er nach wie vor den Kindern, 15 Prozent seien für administrative Aufgaben vorgesehen.

Kinderrat für Mitbestimmung

Was ihm besonders am Herzen liegt, ist die Partizipation von Kindern. In der Nachrodter Einrichtung gibt es diese Möglichkeit der Mitbestimmung bereits seit längerer Zeit in Form eines Kinderrates. Seine Erfahrungen will er nun in der Kita am Breitenhagen einbringen, um auch dort mit den Kindern gemeinsam Regeln zu erarbeiten und Tagesprogramme zu entwickeln.

„Es ist mir sehr wichtig, dass die Kinder früh ein Verständnis für Demokratie entwickeln“, erklärt der 45-Jährige, der die Leitung von Alexandra Schoop übernommen hat.

Neuer Chef kennt Kita sehr gut

Fast 20 Jahre jünger ist sein Kollege, der seit mehr als drei Wochen die Kita St. Matthäus leitet. „Mein Herz hängt an der Einrichtung“, sagt Emanuele Sortino, der dort selbst als Kind betreut worden ist. Nachdem der Altenaer 2014 sein Abitur am Burggymnasium absolviert hatte, machte er zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Offenen Ganztagsschule im Mühlendorf.

Emanuele Sortino leitet die Kita St. Matthäus in Altena

Denn eigentlich wollte er Lehrer werden. Doch während dieser Zeit entwickelte sich mehr und mehr der Wunsch, Erzieher zu werden. „Ich möchte Werte wie Respekt und Toleranz vermitteln“, erklärt der 26-Jährige, der als Chef in die Fußstapfen der langjährigen Leiterin Martina Hochstein getreten ist. In den Kindertagesstätten werde wichtige Entwicklungsarbeit geleistet. „Wir legen die Grundbausteine.“

Team mit fünf Frauen

Der Beruf des Erziehers sei einfach sehr facettenreich. „Es gibt kaum Männer, die das machen wollen. Aber männliche Personen sind in Kindergärten Gold wert“, so seine Meinung. In St. Matthäus leitet er nun ein fünfköpfiges Frauenteam und ist für 33 Kinder zuständig. „Man wächst mit seinen Aufgaben“, meint Emanuele Sortino und freut sich auf seine verantwortungsvolle Tätigkeit.

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