Neue Chancen für Rahmeder Hauptschüler

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Hauptschule Rahmede: Hier arbeitet man erfolgreich zusammen.

ALTENA - Schüler machen im Praktikum bisweilen seltene Erfahrungen   Lehrer aber auch. Schüler, die gerne mal eine Unterrichtsstunde ausfallen lassen, erscheinen plötzlich regelmäßg „zum Dienst.“ Andere, die öfter mal durch Zerstreutheit und Gesprächigkeit auffallen, arbeiten plötzlich still und hochkonzentriert auf ihr Ziel hin.

Solche Erfahrungen machen die Schüler der Gemeinschaftshauptschule am Nüggelnstück jetzt bereits in der 8. Klasse. In Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum der Kreiswerkerschaft(BBZ) wurde den Achtklässlern jetzt ein erstes sehr professionell begleitetes Hineinschnuppern in die Arbeitswelt ermöglicht. Das Projekt ist gegliedert in eine Potenzialanalyse, Werkstatt-Praktika und ein Abschlussgespräch, mit dem gezielte Förderempfehlungen an die Schule verbunden sind.

Hinsichtlich der dreiwöchigen Werkstattphase hatten die Schüler eine Wahl zwischen den Arbeitsbereichen Holz, Elektro, Gastronomie/Hauswirtschaft, Maler/Lackierer, Friseur und Metallbearbeitung. Letzteres galt mit Blick auf die Struktur der heimischen Wirtschaft als „Pflichtfach“ – hier sollte mindestens ein Tag verbracht werden.

Das Angebot gab es in dieser Form erstmals. Gestern blickten die beiden Klassenlehrer Kerstin Wehner-Stracke und Dieter Lindstädt gemeinsam mit der Leiterin für Berufsorientierung am BBZ, Ingrif Knaup, auf eine erste – aber sehr erfolgreiche   Zusammenarbeit zurück. Kein Schüler, so Lindstädt, habe gesagt, dass ihm die Berufsorientierung im nichs gebracht habe. „Richtig stolz“ seien viele Schüler gewesen, hat Kerstin Wehner Stracke beobachtet. Das galt insbesondere im Blick auf eine indivuelle Bewertung der eigenen Stärken und Fähigkeiten, die zum Kompetenzchek dazugehört. Die Lehrer sprachen davon, dass das Projekt bei manchen Schülern eine „Initialzündung“ bewirkt habe. So seien bereits jetzt einige auf der Suche nach einem freiwilligen Ferienpraktikum.

Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit der späteren Berufswahl biete den Schülern auf jeden Fall Vorteile, meinen übereinstimmend beide Pädagogen. Die Mädchen und Jungen seien einfach „einen Schritt weiter“ wenn es im nächsten Schuljahr in die betrieblichen Praktika hineingehe. Dabei sei es unter Umständen auch schon hilfreich, wenn ihnen die Werkstattwochen Arbeitsbereiche aufgezeigt hätten, mit denen sie überhaupt nicht zurecht kommen.

Das Oorientierungsprojekt wird vom Land finanziert und ist eine kostspielige Angelegenheit. Pro Schüler werden 500 Euro fällig. Sowohl an der Hauptschule als auch im BBZ hofft man, dass die Zusammenarbeit im nächsten achten Schuljahr fortgesetzt werden kann.

vonThomas Keim

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