Neubaugebiet im Mühlendorf / Mehr Grundstücksverkaufe / Zuzug Auswärtiger

Ein kleiner Bau-Boom

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Es wird wieder gebaut in Altena: Bevor hier an der Ecke Hegenscheider Weg/Feldstraße die restlichen Grundstücke bebaut werden können, muss aber erst der Baugrund untersucht werden.

Altena - Hier ein Neubau in einer Baulücke, dort eine Zunahme der Grundstücksverkäufe auf dem Nettenscheid und im Mühlendorf sogar ein Art kleines Neubaugebiet: Nachdem sich viele Jahre so gut wie gar nichts tat, wird auf einmal wieder gebaut in Altena – und das sogar von Auswärtigen. Die Bauherren eines der Häuser, die an der Ecke Hegenscheider Weg/Feldstraße entstanden, kommen aus Bochum.

 Gebaut wird im Mühlendorf auf Grundstücken, die die Altenaer Baugesellschaft (ABG) auf den Markt gebracht hat. 2012 ließ sie in diesem Bereich fünf Mehrfamilienhäuser abreißen und bot seitdem die Grundstücke an – zunächst mit mäßigem beziehungsweise gar keinem Erfolg. Jetzt stehen bereits zwei Neubauten, die Verträge für vier weitere Grundstücke seien praktisch unterschriftsreif, sagt ABG-Vorstand Manfred Haupt.

Zunächst muss allerdings gebohrt werden. Beim Aushub der Baugrube für eines der beiden Häuser kamen nämlich Dinge zutage, die in beziehungsweise unter einem Wohngebiet nichts zu suchen haben. Der Bagger stieß nicht nur auf Bauschutt, der offensichtlich beim Abbruch der Baugesellschaftshäuser nicht ordnungsgemäß beseitigt wurde: „Es wurden auch Aschereste gefunden“, berichtet Hendrik Klein, der Pressesprecher des Märkischen Kreises. Bei der Bodenverunreinigung dürfte es sich nach seinen Angaben um Überreste aus der Industrie handeln. Dem soll jetzt auf den Grund gegangen werden. Das ist Sache des Märkischen Kreises, weil der „untere Bodenschutzbehörde“ ist und sich um solche Altlasten kümmern muss. Dafür führt er ein Altlastenkataster, in das die Fläche im Mühlendorf aber bisher nicht eingetragen war.

Es sei jetzt vereinbart, auf den Grundstücken gut ein Dutzend Bohrungen vorzunehmen, um Bodenproben zu entnehmen, erklärt Klein. Bevor die nicht analysiert seien, werde er keine Kaufverträge mehr unterschreiben, sagt ABG-Chef Haupt, der selbst überrascht ist über das Interesse, das plötzlich an diesen Grundstücken herrscht. Selbst für ein Grundstück in starker Hanglage hat er bereits ernsthafte Anfragen bekommen. Er führt das steigende Interesse an Baugrundstücken darauf zurück, dass nur noch wenig gebrauchte Immobilien auf den Markt kommen. Von guter Nachfrage berichtete auch Klaus-Peter Trappe. An ihn muss man sich wenden, wenn man von der Stadt ein Grundstück kaufen will: „Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe ich eine Anfrage für ein Grundstück am Rimberg. Dabei handelt es sich um ein kleines Baugebiet am Löttringsen, das vor etwa 30 Jahren ausgewiesen wurde und in dem bis heute gerade einmal ein Haus steht. Auch für Grundstücke auf dem Nettenscheid nehme das Interesse zu, erklärt Trappe.

Zwischen 2015 und 2019 wurden dort gerade mal drei Grundstücke verkauft. 2020 wurde ein Kaufvertrag beurkundet, vier weitere Grundstücke sind für konkrete Interessenten reserviert. Dass wieder mehr gebaut wird, ist nicht nur in Altena so. Die Statistiker von IT.NRW haben ermitteln, dass die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent gestiegen ist. Eine weitere Statistik zeigt aber auch, dass die Märker vergleichsweise „baufaul“ sind. 2019 wurden im Märkischen Kreis 223 Wohngebäude mit insgesamt 362 Wohnungen genehmigt. Das war zwar eine Zunahme von gut 17 Prozent. Allerdings entspricht das einer Quote von 10,6 Wohungen pro 10 000 Einwohner – und das ist der drittschlechteste Wert in ganz NRW. Der Landesdurchschnitt liegt bei 31,9, Spitzenreiter Düsseldorf bringt es auf 67,3 Baugenehmigungen pro 10 000 Einwohner – übrigens auch ein Beweis dafür, dass nicht unbedingt dort besonders viel gebaut wird, wo die Grundstücke billig sind.

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