Bauhof: Milder Winter treibt Defizit in die Höhe

ALTENA ▪ Die milden Winter im Jahr 2011 haben den Baubetriebshof tief in die roten Zahlen gedrückt: Der Umsatz ging um 400 000 auf 2,5 Mio. Euro zurück. Zwar sanken gleichzeitig Materialaufwand und Personalkosten, trotzdem stand am Ende ein Minus von 98 000 Euro.

Das Problem sei die starke Abhängigkeit dieses Eigenbetriebs vom Winterdienst, erklärte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein: Der Bauhof halte einige Fahrzeuge vor, die nur dafür wirklich notwendig seien, auch der Personalbestand orientiere sich an den Anforderungen, die ein harter Wintertag an die Mannschaft stelle. Über eine Neuausrichtung sei nachzudenken, denkbar sei die teilweise Privatisierung dieser Aufgabe. Ob ein privater Unternehmer allerdings für einen Stundensatz von 37 Euro pro Arbeitsstunde tätig wird, bleibt abzuwarten.

Stefan Kemper, neben Volker Richter Betriebsleiter des Bauhofes, erinnerte an sich abzeichnende Veränderungen: Die Personalstärke werde sich durch altersbedingte Fluktuation in den kommenden Jahren um 25 Prozent reduzieren. Der Kämmerer ließ durchblicken, dass er eher nicht dazu tendiert, diese freiwerdenden Stellen wieder zu besetzen.

Rüdiger Groll, für den Stadtsportverband als beratendes Mitglied im Ausschuss tätig (und eigentlich nur dann redeberechtigt, wenn es ums Schwimmbad geht), warnte vor übereilten Schritten: Es müsse klar sein, dass weniger Personal auch weniger leisten könne, damit werde automatisch der Umsatz sinken. Blieben dann die Fixkosten, also etwa die Abschreibungen für die Fahrzeuge oder die Kosten von Betriebsleitung und Verwaltung, unverändert, drohe ein noch größeres Defizit. Das werde nicht geschehen, sagte der Bürgermeister und kündigte an, dass bei einem Personalabbau und (Teil)Privatisierung des Winterdienstes auch der Fahrzeugpark verkleinert werde. Fraglich sei schon jetzt, ob ein neuer Kanalspülwagen angeschafft werde, wenn das vorhandene Fahrzeug ausgemustert werden müsse.

Eine spannende Diskussion, in der es eine große Unbekannte gibt: Nach wie vor ist unklar, ob der Bauhof auch in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde tätig werden darf. Eine interkommunale Vereinbarung sah zunächst eine Prüfung dieser Spar-Option vor, dann bereitete ein Richterspruch der Sache ein vorläufiges Ende – bei einer solchen Zusammenarbeit werde Mehrwertsteuer fällig, lautete das Urteil, das die Wirtschaftlichkeit der Kooperation in Frage stellt. Inzwischen deute sich eine Gesetzesänderung an, wusste Hollstein zu berichten – „dann gilt neues Spiel und neues Glück“. ▪ ben.-

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