Nettenscheid: Hochhäuser werden regelrecht ausgeplündert

ALTENA ▪ Die Polizei fährt regelmäßig Streife. Und trotzdem kommt es immer wieder zu regelrechten Plünderungen in den unbewohnten Wohnungen der Hochhäuser entlang der Blackburner Straße 24 bis 30. Das ist die bittere Erfahrung, die auch die Polizei auf Anfrage bestätigte.

Irmgard Ibrom, Fraktionschefin der SPD im Rat, berichtete auf der offenen Fraktionssitzung ihrer Partei am Freitag von Eindringlingen, die sogar in der Nacht mit Lkw vorführen, um noch Brauchbares aus den Wohnungen zu holen (wir berichteten).

„Wir tun alles, um zu sichern“, sagte Klaus-Peter Trappe vom Ordnungsamt. Wie mehrfach berichtet, hat die Ordnungsbehörde der Stadt die Zugänge zu den unbewohnten Einheiten mit starken Ketten, Schlössern und zentimeterdicken Bretterverschlägen versehen. Doch gegen diese Eindringlinge habe man praktisch keine Chance.

„Wir haben alle uns bekannten Eigentümer angeschrieben und sie gebeten, für die Sicherung ihres Eigentums einzutreten“, sagte Trappe. Er resigniert etwas, sagt: „Eine Sicherung im großen Stil ist praktisch nicht mehr möglich“. Die Lage rund um die leerstehenden Hochhaus-Anlage nennt er einen Problembereich der Stadt. Eine Einschätzung, der sich auch Erster Polizeihauptkommissar Matthias Radtke anschließt. Natürlich habe die Polizei ein waches Auge auf das Umfeld, „aber die Sicherung ist Sache und Aufgabe der Stadt“, findet er deutliche Worte. Wenn eine Streife Diebe auf frischer Tat ertappe, greife man natürlich ein, in erster Linie gelte die Sorge aber Kindern, die in die Häuser einsteigen würden.

Trappe formulierte es sarkastisch und doch deutlich: „Am besten wäre es, wenn das komplette erste Geschoss zugemauert würde. Dann hätten wir vermutlich Ruhe.“

Wer jetzt um die Häuser geht, findet überall Kabel, Heizkörper oder Kücheneinrichtungsgegenstände verstreut auf dem Rasen. Viele Fenster oder Balkontüren sind aufgebrochen, zerstört oder defekt. Ein Einsteigen ist praktisch überall möglich.

Bewohnt werden an der Blackburner Straße nur noch drei Wohnungen. Doch diese eher zufällige Nachbarschafts-„Aufsicht“ reicht wohl nicht aus, um ungebetene Gäste dauerhaft abzuschrecken. J job

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