Die Nette blüht mit einem Wandbild neu auf

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Diese Sonnenblumenwiese ziert ein Haus in der Nette.

ALTENA - „Die Nette ist doch grau genug!“, sagen Paul und Barbara Kröning. Das Poalbürger-Ehepaar bewohnt „das letzte Haus in der Nette“ mit der Hausnummer 124 und wohnt gerne hier. Doch gegen Tristesse und teils staubige Industrienachbarschaftszweckbauten können auch Privatleute etwas tun.

„Wir haben nicht nur unser Haus streichen lassen, wir sind auch auf die Idee gekommen, die letzte freie Hausseite künstlerisch gestalten zu lassen“, sagt Barbara Kröning.

Sie hatte den Grundgedanken, hier ein großflächiges Bild auf die Hauswand aufbringen zu lassen und fand in dem Iserlohner Graffiti-Künstler Stefan Dressler den richtigen Mann. Er schlug den Krönings vor, eine blühende Sonnenblumenwiese auf ihr in leuchtend gelb gehaltenes Haus aufzusprayen.

„Viele unserer Freunde fanden das mutig“, sagt Bärbel Kröning. „Wieder andere haben gesagt, warum lasst ihr euch nicht ein Waldbild auf das Haus malen?“ – aber das Paar ließ sich nicht beirren. Die ersten Skizzen von Dressler gefielen ihnen so gut, dass jetzt auf einer Fläche von rund fünf mal vier Metern eine herrlich leuchtende Sonnenblumenwiese mit strahlend blauem Himmel und sattem Grün die Augen von Passanten und Autofahrern anzieht und erfreut. Es sind dezente, zarte Farben, die aus diesem Graffiti einen echten Blickfang machen. „Uns gefällt es richtig gut“, sagt das Ehepaar. Es hofft, mit diesem kleinen Beitrag wirklich etwas zur Hebung des Nette-Umfeldes getan zu haben.

Graffiti-Künstler Stefan Dressler ist gebürtiger Altenaer. Er sah im Alter von 13 Jahren erstmals im Fernsehen einen Sprayer bei der Arbeit. „Das hat mir so gut gefallen, das wollte ich auch können“, sagt er. Gesagt getan – Dressler absolvierte erst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher und vervollkommnete dann seine Kenntnisse mit der Spraydose.

Altenas ehemaligem Bauamtschef Hans Bretta gefielen die Bilder des jungen Mannes so gut, dass er ihm 1987 den Auftrag gab, sämtliche Bushaltestellenhäuschen in der Stadt farbtechnisch zu gestalten. „Das war ein Ding“, erinnert sich Dressler.

Fast zwei Tage Arbeitszeit stecken in dem farbigen Bild an der Hauswand der Krönings. „Es hat auch mir Freude gemacht“, sagt er. „Ich habe hochwertige Farbe für das Bild verwandt, in der Nette ist ja viel Verkehr und Staub. Aber die Farben werden noch viele Jahre so leuchten, wie jetzt“, ist er überzeugt.

von Johannes Bonnekoh

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