Nedschroef investiert 6,5 Mio. Euro in Betriebserweiterung

+
Scherenschnitt für Fotografen: Karlheinz Munz, Dr. Andreas Hollstein, Zhiyan Zhou und Dr. Mathias Hüttenrauch weihten gestern gemeinsam die neue Nedschroef-Halle ein.

Altena - In den kommenden zehn Jahren werde sich die Automobilindustrie mehr wandeln als in den vergangenen 50 Jahren. Diese Prognose wagt Dr. Mathias Hüttenrauch, Vorstandsvorsitzender der Koninklijke Nedschroef Holding.

Nicht trotzdem, sondern deshalb wurde am Donnerstag bei Nedschroef in der Nette eine neue Halle eingeweiht. 6,5 Mio. Euro gab das Unternehmen aus, um Platz für gut 70 Maschinen zu schaffen. Sie produzieren stündlich tausende von Schrauben.

Die meisten davon gehen an die Automobilindustrie, zunehmend werden aber auch Flugzeugbauer beliefert. E-Mobilität, Carsharing, vernetzte, selbstfahrende Autos – so sehe die Zukunft aus, referierte Hüttenrauch vor Nedschroef-Mitarbeitern und Ehrengästen. Die „Hardware“, also das Auto selbst, trete immer mehr in den Hintergrund – und damit auch die bei Nedschroef produzierten Schrauben. 

Die vier "F"

Warum dann diese Investition? „4F“ heißt die Strategie, mit der sich Nedschroef für die sich abzeichnenden Veränderungen wappnet. Das erste F steht für „Fastening“, also Schrauben – dieses klassische Nedschroef-Segment soll zunehmend durch „Forming“ (also Umformung) und Fixing (andere Befestigungstechniken wie zum Beispiel kleben) ergänzt werden. 

Bleibt noch das vierte F, das für Funktionalität: Die über 300-jährige Erfahrung am Standort Altena und hoch motivierte, flexible Mitarbeiter stünden dafür, dass das Werk Altena dazu beitragen werde, gute Lösungen zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben zu entwickeln. 

Hüttenrauch: „Wir müssen neue Wege gehen – ich freu’ mich drauf“. Auch Zhiyan Zhou trat ans Rednerpult. Er vertritt die Shanghain Prime Machinery (PMC), die Nedschroef 2014 übernommen hat. Das sei eine strategische Partnerschaft, betonte er – es gelte, die Ressourcen der beiden Firmen zu bündeln. 

In Kleingruppen erkundeten die Nedschroef-Gäste die neue Produktionshalle.

Eines der nächsten Ziele sei es, Nedschroef den Zugang zur chinesischen Luftfahrtindustrie zu verschaffen. Die industrielle Bedeutung der Region hob Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein in seiner Ansprache anhand eines sehr plakativen Beispiels hervor: 

Wären alle Zufahrten zu Altena plötzlich durch Erdrutsche blockiert, dann stünden spätestens nach drei Tagen in ganz Europa die Förderbänder der Automobilhersteller still, sagte er – Nedschroef mit seinen rund 200 Mitarbeitern beliefere nahezu alle Werke, in Südwestfalen säßen darüber hinaus viele weitere, namhafte Zulieferer der Automobilindustrie. 

Bekenntnis zum Standort Altena

Der Neubau sei ein Bekenntnis zum Standort Altena, für den die Stadt dankbar sei, sagte Hollstein mit Hinweis darauf, dass das Unternehmen ja spätestens seit der Übernahme durch PMC als „Global Player“ international aufgestellt sei. 

Einer fehlte, als die Halle am Donnerstag feierlich eingeweiht wurde: Architekt Jürgen Dümpelmann war krank und konnte nicht kommen. Er habe es geschafft, den Neubau so zu planen, dass er sich gut an die vorhandene Bebauung anpasse, lobte Altenas Nedschroef-Chef Karlheinz Munz den Planer und erwähnte auch das innovative Energiekonzept. 

Anderthalb Jahre wurde an der neuen Halle gebaut. Sie ist 4000 Quadratmeter groß, das entspricht etwa der Fläche eines Fußballfeldes. „Sie ist ein klares Bekenntnis unserer Gesellschafter zum Standort Altena“, betonte der Geschäftsführer. 

„Schlanke Produktion in Reinkultur“

An den mit dem Neubau verbundenen Planungen beteiligt waren auch Studenten der Fachhochschule Südwestfalen, die das Unternehmen bei der Arbeit an einem neuen Logistikkonzept unterstützten. „Wir haben Materialfluss und Effizienz verbessert“, sagte Munz, möglich sei jetzt „eine schlanke Produktion in Reinkultur“. 

So ein Neubau habe auch eine emotionale Seite, sagte Munz: Die deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen kämen dem Betriebsklima zugute, Nedschroef werde für neue Mitarbeiter attraktiver. 

Abgeschlossen sind die Investitionen mit der Eröffnung der neuen Halle noch nicht: Gleich daneben steht der Rohbau einer neuen Versandhalle, über der auch zusätzlicher Büroraum geschaffen werden wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare