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Naturfreundehaus in Evingsen: Umbauarbeiten geplant

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Von: Thomas Bender

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Wieder vorzeigbar: Im Jahr nach dem Beschluss, das Naturfreundehaus in Evingsen zu retten, hat sich einiges getan. Erste Übernachtungsgäste konnten schon begrüßt werden.
Wieder vorzeigbar: Im Jahr nach dem Beschluss, das Naturfreundehaus in Evingsen zu retten, hat sich einiges getan. Erste Übernachtungsgäste konnten schon begrüßt werden. © Bender, Thomas

Es ist still geworden um die Naturfreunde in Evingsen – das heißt aber nicht, dass sich nichts tut. „Das Haus war im Sommer schon ganz gut belegt“, berichtet Friedrich-Wilhelm Klinke.

Der Vorsitzende des Heimatvereins gehört zu jenem Team, das sich mit Herbert Bahnsen an der Spitze vor gut einem Jahr daran machte, den Verein und damit auch das im Kern fast 100 Jahre alte Naturfreundehaus zu retten.

Nachdem der damalige Vorsitzende Andreas Pfeifer viele Mitglider verprellt hatte und dann sang- und klanglos verschwunden war, fiel das Naturfreundehaus Springer Höhe an der Straße In der Husstadt in eine Art Dornröschenschlaf: Es wurde nicht mehr belegt, Anfragen liefen ins Leere, selbst beim Landesverband der Naturfreunde wusste man nicht, was los war. Als das AK 2021 über die Situation berichtete, rief das Evingsens Ortsvorsteher Thomas Schmitz auf den Plan. Er nahm Kontakt zu Herbert Bahnsen auf, der mehr als 20 Jahre im Vorstand der Naturfreunde tätig war.

Gemeinsam trommelte man eine kleine Schar von Helfern zusammen, die vor allem ein Ziel hatten: Das Haus wieder in einen vermietbaren Zustand zu versetzen. „Wir haben zunächst einmal jede Menge Müll da raus geräumt“, erinnert sich Klinke.

Selbstversorgerhaus verfügt über 34 Betten

Das Naturfreundehaus verfügt über 34 Betten und ist ein sogenanntes Selbstversorgerhaus. Das bedeutet, dass sich die Gäste in der gut ausgestatteten Küche ihr Essen selbst zubereiten müssen. Dementsprechend günstig sind die Übernachtungspreise, die bei 9,50 Euro beginnen. Daneben verfügt das Haus über einen Saal, der sogar eine Bühne hat und beispielsweise für Familienfeiern gebucht werden kann. „Das ist natürlich ideal, wenn man hier feiert und die Gäste von auswärts gleich hier übernachten können“, sagt Klinke. Diese Möglichkeit wurde bereits mehrfach genutzt, das Haus wurde aber auch von Gruppen zu Tagungen genutzt – unter anderem von der Jugendorganisation der DKP, was dem Verein aber erst bewusst wurde, als die jungen Leute anreisten. Eine Woche lang wurde im Naturfreundehaus programmatisch gearbeitet und allabendlich die Internationale gesungen. Klinke: „Ich wusste gar nicht, dass die so viele Strophen hat. Ansonsten hätten sich die Jung-Kommunisten ordentlich benommen und das Haus sauber hinterlassen – „die dürfen gerne wiederkommen“.

6 000 bis 7 000 Euro Fixkosten pro Jahr verursacht das Haus, auf Dauer muss das durch Einnahmen aus der Vermietung gedeckt werden. Für den Anfang gab es allerdings eine Art Anschubfinanzierung durch ein zinsloses Darlehn von Dortmunder Naturfreunden, auch der Landesverband war den Evingsern behilflich.

Ausgaben für Renovierungen und Umbauten

Neben den Fixkosten fallen auch Ausgaben für Renovierungen und Umbauten an, die teilweise schon erfolgt sind: Ein Matrazenlager auf dem Dachboden musste aus Gründen des Brandschutzes aufgegeben werden. Die dort vorhandenen Betten zogen in die ehemalige Hausmeisterwohnung im ersten Stock um. Die soll als nächstes über eine Brücke von der Straße aus erreichbar werden. Das hätte den Charme, dass im Saal auch dann Veranstaltungen stattfinden können, wenn Übernachtungsgäste im Haus sind. Bisher geht das nicht, weil der Zugang zu den Zimmern noch ausschließlich durch den Saal erfolgt.

Die angestrebte multifunktionale Nutzung des Naturfreundehauses wird mit Mitteln aus dem Leader-Programm der EU mit stattlichen 11 000 Euro bezuschusst. Das beschloss die Lokale Aktionsgruppe der Leader-Region Lenneschiene im vergangenen August. Die Reaktivierung des Gebäudes nutze dem gesamten Dorf. Für Feuerwehr, Heimatverein, Schützen und andere lokale Gruppen sei das Haus wegen seines recht großen Aufenthaltsraumes mit der angeschlossenen Küche interessant, hieß es in der Begründung.

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