Vier Stunden in der Küche

Natürlich bunte Ostereier: Selbstversuch mit Spinat, Roter Beete und Co.

Reporter Maximilian Birke hat das natürliche Färben der Ostereier ausprobiert.
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Reporter Maximilian Birke hat das natürliche Färben der Ostereier ausprobiert.

Ostern ohne bunte Eier: Das ist vor allem für Kinder wohl kaum vorstellbar. Erst recht nicht im zweiten Coronajahr, in dem ohnehin noch immer auf vieles verzichtet werden muss.

Lennetal – Um die Eier richtig schön bunt zu bekommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel das Verwenden fertiger Farbe. Wer das Färben aber zu einem spannenden Projekt für die ganze Familie machen möchte, der kann Eier auch mit Lebensmitteln bunt machen. Ich habe vier Farben ausprobiert – und es hat ganz gut geklappt.

Eier kochen

Was ist am wichtigsten für bunte Ostern? Richtig – die Eier. Bevor es ans Färben gehen kann, sollten sie gekocht werden. Ich mag Eier gerne, wenn sie von innen noch etwas weich sind. Deshalb koche ich sie nicht ganz so lange: sechs Minuten reichen. Man sollte möglichst weiße Eier verwenden, weil diese später besser die Farbe aufnehmen. Laut Anleitung soll die Schale am besten bunt werden, wenn die Eier direkt nach dem Kochen in die Farbe gelegt werden. Das schaffe ich in unserer Küche allerdings nicht, weil mir dafür eine Herdplatte fehlt.

Sud kochen

Um die Farbstoffe aus den Lebensmitteln herauszubekommen, müssen diese ausgekocht werden. Dafür reicht ein Liter Wasser pro Topf aus. Lebensmittel, die zum Färben geeignet sind, findet man schnell im Internet. Ich verwende Blaubeeren für blaue Eier, Spinat für die Farbe Grün, Rote Beete für Rot und Kurkuma für Gelb. Alle Zutaten sind in den meisten Supermärkten zu bekommen und kosten zusammen mit 16 Eiern rund 15 Euro.

Edelstahltöpfe verwenden

Bevor sie ins Wasser kommen, müssen Kurkuma, Rote Beete und Blaubeeren klein geschnitten werden. Für das Auskochen empfiehlt es sich, Edelstahltöpfe zu verwenden, weil diese die Farbe nicht annehmen. Gerade mit Kurkuma sollte man vorsichtig sein, denn damit sind Küchengeräte schnell versaut. Wer keine Lust auf gelbe Finger hat, sollte zusätzlich Handschuhe tragen, während er das Ingwergewächs schneidet. Auch bei Roter Beete ist Vorsicht angesagt.

Rund eine Stunde auf dem Herd: Es braucht seine Zeit, bis der Sud zum Färben fertig eingekocht ist.

Zusammen mit Wasser werden die drei Farbträger einige Zeit auf dem Herd gekocht. Ich bin dabei nach Gefühl vorgegangen und habe immer wieder mit einem Löffel geschaut, wie kräftig der Sud wird. Gut eine Stunde dauerte es, bis ich mit den Farben zufrieden war. Nur das Wasser vom Spinat blieb vergleichsweise hell.

Eier in Sud geben

Um die Eier schließlich zu färben, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder können sie im entstandenen Sud gekocht werden, oder aber man lässt sie in der abgekühlten Flüssigkeit für längere Zeit liegen. Um es etwas spannender zu machen, habe ich mich für die zweite Option entschieden, auch wenn sie deutlich länger dauerte. In dunklen Tassen durften die weißen Eier über Nacht die natürlichen Farbstoffe aufnehmen. Sobald die Eier in den Tassen sind, kann man damit beginnen, die Küche aufzuräumen und zu spülen. Das dauert nämlich seine Zeit, weil sich Rückstände der Lebensmittel am Edelstahltopf festsetzen.

Bunte Überraschung

Am nächsten Morgen ist die Vorfreude groß. Hat es geklappt? Die blauen Eier sehen wirklich super aus und auch die gelben können sich sehen lassen. Wider Erwarten nicht so gut funktioniert hat die Rote Beete. Richtig rot sind die Eier leider nicht geworden, sondern eher bräunlich. Farbe haben sie aber schon. Enttäuschend ist das Ergebnis dagegen beim Grün. Nachdem ich kurz Wasser über das Ei laufen lasse, um Spinatreste abzuspülen, ist das Ei wieder fast weiß. Doof. Nächstes Mal würde ich die Eier wohl im Sud kochen.

Bunt sind die Eier auch mit den natürlichen Farbstoffen geworden. Vor allem das Blau sieht toll aus.

Fazit

Unterm Strich hat das Färben trotz des großen Zeitaufwands von knapp vier Stunden Spaß gemacht. Ich freue mich schon, eins der bunten Eier an Ostern zu essen. Als spannendes Familienprojekt zusammen mit Kindern kann ich mir das natürliche Färben gut vorstellen. Die Gefahr, dass es zur großen Schweinerei wird, ist dann aber natürlich umso größer. Alternativ kann man zum Beispiel in der Apotheke auch natürliches Farbpulver kaufen. Damit dürfte es um einiges schneller gehen.

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