Es geht auch eine Nummer kleiner

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Die Zentralität der Innenstadt stärken – das fordert unter anderem das Einzelhandelskonzept. Dass das dringend erforderlich ist, lässt sich in der Lennestraße beinahe täglich beobachten. ▪

ALTENA ▪ Das Veto der Bezirksregierung hat gefruchtet: Der am alten Imra-Komplex interessierte Investor hat der Stadtverwaltung gegenüber den Verzicht auf gut 700 Quadratmeter Verkaufsfläche signalisiert.

Wie aus der Vorlage für die nächste Sitzung des Stadtplanungsausschusses hervorgeht, soll das Projekt auch dann weiterverfolgt werden, wenn statt der zunächst geplanten 2450 Quadratmeter nur 1700 Quadratmeter gebaut werden dürfen. Ob der diese Fläche dann nur für einen großflächigen Lebensmittelmarkt nutzen werde oder ob er davon rund 500 Quadratmeter für einen Drogeriemarkt abzweige, lasse sich der Investor im Moment noch offen, heißt es. Aufgabe des Ausschusses ist es am kommenden Montag (17 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses), die für das Vorhaben erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg zu bringen. Er soll die öffentliche Auslegung beschließen, während der dann jedermann seine Bedenken und Anregungen äußern kann.

Dass die Bereitschaft an dieser Art bürgerschaftlicher Mitwirkung in Altena teilzunehmen eher weniger genutzt wird, zeigt ein zweiter Tagesordnungspunkt der Sitzung. Die Politiker werden sich auch mit dem Einzelhandelskonzept beschäftigen müssen, das seit fast einem Monat öffentlich ausliegt. Bis einschließlich Donnerstag sind dazu Anregungen möglich – bisher haben nur zwei Bürger die Möglichkeit dazu genutzt. Beide äußern sich ablehnend und begründen das mit den Planungen für das Nahversorgungszentrum. Das sei aber gar nicht Thema des Einzelhandelskonzeptes, kontert die Verwaltung und empfiehlt der Politik, das Konzept so zu verabschieden, wie es von der Kölner Firma BBE vorgelegt worden ist. Tatsächlich merken die Gutachter lediglich an, dass die Kaufkraftbindung bei Lebensmitteln in Altena verbesserungswürdig sei und dass deshalb die Ausweisung eines „Ergänzungsstandorts“ zum Toom-Markt Sinn machen könnte. Das Imra-Gelände sei eine dafür geeignete Fläche.

Allerdings: Noch fehlen die Stellungnahmen der Interessensvertretungen des Einzelhandels. Sie haben noch bis Donnerstag Zeit, sich zu Wort zu melden. Der Stadtmarketingverein werde das auch tun, kündigte dessen Vorsitzende Corina Turner an. Wegen der Ferien sei der Meinungsbildungsprozess allerdings noch nicht abgeschlossen. Für die SIHK sagte deren Einzelhandels-Fachmann Herbert A. Dabringhaus, dass deren Stellungnahme unterwegs sei. Nach Ansicht der Kammer steht das Konzept mit den Zielen der Landesplanung im Einklang, es beschreibe die Innenstadt zutreffend als zentralen Versorgungsbereich, der im Fokus stehen müsse. ▪ Von Thomas Bender

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