Nahtloser Übergang in der Bücherei Katerlöh Altena

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Dorothea Renfordt (rechts) übergibt ihr Geschäft an die langjährige Mitarbeiterin Gerlinde Fuhrmann. Gerhild Gütting (links) wird auch der neuen Eigentümerin zur Seite stehen.

ALTENA - Das ist mal eine gute Nachricht aus dem ansonsten so krisengeschüttelten Altenaer Einzelhandel: Eine Geschäftsinhaberin geht in den Ruhestand – und übergibt ihr Geschäft nahtlos an eine Nachfolgerin, die bestens im Thema steht. Auf dieses kleine Wunder kann man morgen an der Kirchstraße anstoßen, wo Dorothea Renfordt ihre Buchhandlung Friedr. Katerlöh an ihre langjährige Mitarbeiterin Gerlinde Fuhrmann übergeben wird. Beide laden ihre Kunden aus diesem Anlass am Markttag zu einem kleinen Sektempfang ein.

Katerlöh ohne Dorothea Renfordt: Daran wird man sich erst einmal gewöhnen müssen. Mit 14 Jahren trat sie dort ihre Lehre an – als Einzelhandelskauffrau. „Für eine Ausbildung zur Buchhändlerin war ich zu jung“, erinnert sie sich. Nachgeholt hat sie das nie, aber eine Vielzahl entsprechender Fortbildungen besucht. Das Ergebnis kennen die Altenaer: Wenn‘s ums Buch geht, ist Dorothea Renfordt eine rundum kompetente Ansprechpartnerin. Ob Belletristik oder Sachbuch, Bildband oder Kinderbuch – auf ihre Empfehlungen ist Verlass.

Empfehlung mit Verlass

„Ich komme aus einer Familie, in der viel gelesen wurde“, berichtet die 62-Jährige – dieser Passion frönt sie bis heute nicht nur als Geschäftsfrau, sondern auch aus echtem Interesse. Ein, manchmal zwei Romane pro Woche liest sie – und freut sich darauf, das bald „ganz privat“ tun zu können und nicht auch mit Blick darauf, für welchen Kundenkreis die jeweilige Lektüre gut geeignet ist.

Deutlich über 20 Jahre arbeitete Dorothea Renfordt als Angestellte in der Buchhandlung Friedr. Katerlöh, bis ihr die damalige Inhaberin Gertraud Damm das Geschäft übergab. „Einfacher ist es seitdem nicht geworden“, weiß sie und berichtet, dass Amazon und andere Internet-Anbieter auch in Altena Ernst zu nehmende Konkurrenten seien – was auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar ist, weil der Internetversand weder billiger ist noch schneller. „Die Leute mögen es halt gern bequem“, erklärt Renfordt dieses Phänomen.

Ein Phänomen

Trotzdem: Man kann noch existieren vom Buchhandel – da ist das Weihnachtsgeschäft und die Schulbuchbestellung der Stadt, hinzu kommt der ein oder andere Bestseller. Wenn ein neuer Prange erscheint, bestellt die Buchhändlerin meist 60 Exemplare auf einen Schlag, vom letzten hat sie insgesamt rund 100 verkauft.

Das wird sie demnächst nur noch von Zeit zu Zeit tun – sie hat versprochen, in Ferienzeiten einzuspringen oder wenn bei Katerlöh sonst wie Not am Mann ist. Dass das Geschäft in gewohnter Manier weitergeführt wird, dafür sorgt ab Januar Gerlinde Fuhrmann, die schon lange zum Katerlöh-Team gehört und als gelernte Buchhändlerin weiß, worauf es ankommt. Auch Gerhild Gütting, ebenfalls seit Jahren in der Buchhandlung beschäftigt, bleibt an Bord und wird den Kunden gewohnt kompetent bei der Suche nach dem richtigen Buch zur Seite stehen.

von Thomas Bender

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