Mit nagelneuer Maschine zur wire nach Düsseldorf

Norman Frick an dem neuen Laser-Schweißgerät.

ALTENA - Schweißen ist besser – aber wie verschweißt man feinste Silberdrähte? Des Rätsels Lösung wird Juwelier Betzler auf der wire in Düsseldorf präsentieren: Ein Laser-Schweißgerät, das seit dem Wochenende die Werkstatt komplettiert. „Wie an Weihnachten“ hätten sich Goldschmiedemeister Norman Frick und seine Mitarbeiter gefreut, als das Gerät endlich geliefert worden sei, berichtet Geschäftsinhaberin Ulrike Betzler-Hüttemeister, als sie die Maschine gestern vorstellte. Von Thomas Bender

Bisher wurde gelötet, wenn zum Beispiel gerissene Kettenglieder wieder zusammengefügt werden mussten. Der Nachteil: Es musste immer „Fremdmaterial“ wie Lot verwendet werden, was eine aufwändige Nachbearbeitung zur Folge hatte. Das entfällt jetzt – der Laser verbindet Gold mit Gold und kann dank seines haarfeinen Strahls selbst antiken, bisher kaum reparablen Schmuck wieder herrichten.

Mindestens genauso wichtig wie die Reparaturen sind neue Möglichkeiten bei der Herstellung der Betzler-eigenen Schmuckkollektion. „Damit lassen sich Materialien zusammenfügen, die wir bisher verschrauben oder vernieten mussten“, erklärt Norman Frick – für den Laser sei es kein Problem, beispielsweise Gold mit Edelstahl zu verschweißen.

In der Vergangenheit hat der Betrieb solche Arbeiten gelegentlich vergeben, damit aber nicht immer gute Erfahrungen gemacht – Frick fand es ärgerlich, wenn seine Ideen ganz anders umgesetzt wurden, als er sich das vorgestellt hatte. Außerdem war diese Vorgehensweise auch noch teuer und gelegentlich zeitintensiv.

Jetzt kann Frick also selber lasern – noch tastet er sich an die Möglichkeiten, die das Gerät bietet, heran. Im Vorgriff auf den Messeauftritt wurde es mit einem Monitor ausgestattet. So können Zuschauer das nachvollziehen, was Frick durch die beiden Okulare sieht, mit deren Hilfe er arbeitet. Mehrfach vergrößert kommt der Schmuck ins Bild, mit bloßem Auge kaum sichtbare Risse werden zu riesigen Kratern – solange, bis der Goldschmied den Schaden genau im Visier hat. Dann setzt ein Druck aufs Fußpedal den Laserstrahl in Bewegung, manchmal signalisiert auch eine kleine Rauchwolke, dass sich etwas tut – bis zu 5000 Grad heiß ist der Schweiß-Strahl, trotzdem hat Frick die bloßen Finger direkt daneben. Das sei ein weiterer, großer Vorteil des Laserns, sagt er – der haarfeine Lichtstrahl erwärmt innerhalb weniger Millisekunden nur den zu bearbeitenden Bereich, das Material drumherum bleibt davon unberührt.

Für den Goldschmied bedeutet das eine nennenswerte Arbeitserleichterung: Gerade Silberschmuck musste nach dem Löten aufwändig nachgearbeitet werden, weil das Material anlief und deshalb anschließend geätzt und poliert werden musste.

Was man mit dem Laser alles machen kann, können die Besucher der wire vom 12. bis zum 16. April erleben: Auch in diesem Jahr findet das Betzler-Team auf dem Stand der Firma Pleuger Unterschlupf und wird dem internationalen Fachpublikum neben dem neuen Gerät natürlich in erster Linie die hauseigene Drahtschmuck-Kollektion präsentieren.

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