Kunst und Aufzug: Interessante Parallelen

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Man hat nicht oft die Möglichkeit, einen Planeten in der Entstehung zu beobachten. In Nadine Fiedlers Atelier im „Kutscherhäuschen“, das die junge Frau nun für begrenzte Zeit wieder nutzen kann, entsteht eine Installation.

Altena -  „Fahr mich ma’ eben rauf! Bitte.“ Der Titel von Nadine Fiedlers neuester Ausstellung erinnert ein bisschen an Burgaufzug. Und es gibt weitere, interessante Parallelen.

Die junge Frau ist schon seit Anfang des Monats wieder in der Burgstadt. Sie war von Juni bis November vergangenen Jahres als Stipendiatin des Fördervereins Werkstatt tätig. Und es zeigt sich, dass die Stadt Nadine Fiedler nicht losgelassen hat. Die neue Ausstellung wird bereits am Freitag (25. April) um 19 Uhr im Kutscherhäuschen an der Burg Holtzbrinck eröffnet, aber die ehemalige Stipendiatin ist noch mitten in der Arbeit. Eine Wandzeichnung von beinahe drei mal drei Metern zum Thema Unendlichkeit, Ursprung und Ziel ist zwar fertiggestellt, aber die Brücke zum zweiten Gegenstand der Ausstellung, einer Installation, muss noch geschlagen werden. Nadine Fiedler hat aus einem extragroßen Luftballon aus dem Spezialversand einen Planeten gemacht. Der ist derzeit noch mit Papierstückchen aus Ausgaben des AK beklebt, wird aber noch seiner Vollendung entgegengeführt. Mit Spiegelfolie als Bodenbelag und möglicherweise Spannschnüren soll das Ganze schließlich zu einer Einheit werden. Und das ist die zweite Parallele zum Burgaufzug: Auch hier wird wohl bis zur letzten Minute vor der Eröffnung gearbeitet werden müssen. Bei „Fahr mich ma eben rauf!“ gehe es letztlich um wachsende technische Möglichkeiten und Aufschwung, sagt Nadine Fiedler.

Gewachsen ist ganz offenbar auch ihre Bindung an Altena. „Ich finde es einfach gut hier, auch was die künstlerischen Perspektiven angeht.“ Dass die junge Künstlerin hier nicht einfach nur nett gemeinte Worte spricht, zeigt sich an einem Entschluss: Sie würde jetzt gerne fest in die Burgstadt ziehen, verrät Fiedler am Rande. Und sie sucht hier eine Arbeitsstelle, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.

In Kürze, das ergänzt Werkstatt-Sprecher Joachim Effertz, werde es auch vom Kunstförderverein noch einige Neuigkeiten geben. Der Verein hat derzeit etwa 80 Mitglieder und ist natürlich stets auf der Suche nach weiteren Personen, die sein Anliegen durch einen bescheidenen Jahresbeitrag unterstützen: „Das sind sieben Euro für die Kunst“, meint Effertz. - Von Thomas Keim

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