Endspurt

O Tannenbaum im Lennetal: Große Nachfrage – „Keiner muss Weihnachten ohne Baum feiern“

Philipp Teipel, Chef vom Tannenhof im Plettenberger Oestertal, spricht von einer spürbar erhöhten Nachfrage.
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Philipp Teipel, Chef vom Tannenhof im Plettenberger Oestertal, spricht von einer spürbar erhöhten Nachfrage.

Tannenbäume sind augenscheinlich mehr denn je gefragt. In Corona-Zeiten machen es sich die Menschen zu Hause schick. Dieses vierte Advents-Wochenende hat den Endspurt für den Verkauf eingeläutet. Wie lief es? Einige Stichproben.

Plettenberg/Nachrodt/Balve/Werdohl/Neuenrade - „Wir sind zufrieden – es läuft ganz gut”, erklärt Philipp Teipel vom gleichnamigen Hof an der Attendorner Straße in Plettenberg. Was auffällt: Weihnachtsbäume seien in diesem Jahr schon früher gekauft worden. Teipel spricht von einer spürbar erhöhten Nachfrage nach Tannengrün. Der Wunsch, Bäume selber zu schlagen, sei in etwa auf Vorjahres-Niveau, berichtet Teipel, der den Familienbetrieb seit letztem Jahr in der zweiten Generation führt. Den größten Ansturm habe es am dritten Advents-Wochenende gegeben. „Wir sind dankbar, dass wir weitermachen dürfen“, sagt Philipp Teipel mit Blick auf die vielen Einschränkungen, die mit dem neuen Lockdown in der letzten Woche dazugekommen sind. Denn Weihnachten ohne die ganze Familie und dann auch noch ohne Weihnachtsbaum – das wäre für viele undenkbar gewesen.

Nachrodt-Wiblingwerde

„Es ist alles anders in diesem Jahr“, sagt Heinz Ulrich Tacke vom gleichnamigen Tannenhof in Nachrodt-Wiblingwerde. Diesmal seien gleich zu Beginn des Verkaufs viele Bäume weggegangen. So viele, dass der Hof fast nicht mehr mit dem Schlagen hinterhergekommen ist. Dafür habe die Nachfrage dann abgenommen. In der Vergangenheit sei das immer andersherum gewesen. Im Gespräch zeigte er sich zufrieden mit dem Verlauf bis jetzt. Ein endgültiges Fazit könne aber erst an Heiligabend gezogen werden, also am letzten Verkaufstag für 2020, so Tacke, der am Samstag noch auf vier volle Verkaufstage blickte. Am 24. Dezember, da würde nur noch der eine oder andere Baum an den Mann gebracht. Der Renner in Nachrodt-Wiblingwerde? „Nordmanntannen“, sagt Tacke ganz klar. Die machen hier gut 90 Prozent aus. Dazu hat der Tannenhof beispielsweise auch Edeltannen und Fichten im Angebot.

Balve

„Sehr zufrieden“ mit dem Verkauf im Corona-Jahr ist Seniorchef Eberhard Schulte-Schmale vom gleichnamigen Hof in Balve. Die Saison neige sich nun dem Ende entgegen, erklärte er am Samstag. Der Verkauf sei bisher vergleichbar mit den Vorjahren. Viele Stammkunden seien zum Hof in Frühlinghausen gekommen, darunter auch viele aus Menden. Deutlich früher als sonst sei der Verkauf hier übrigens nicht losgegangen. Dafür hätten einige gesagt: „Das ist der erste Weihnachtsbaum in unserem Leben, sonst fahren wir immer weg”, erinnert sich Schulte-Schmale, der den Betrieb an seinen Sohn Felix Schulte-Schmale übergeben hat. Und was dann noch im Corona-Jahr auffällt: Die Nachfrage nach Deko-Bäumen, etwa für Restaurants, sei in diesem Jahr natürlich deutlich geringer gewesen. Ausfallen muss auch hier der Glühwein-Verkauf.

Werdohl

„Keiner muss Weihnachten ohne Baum feiern”, betont Christian Crone vom Hof Crone in Werdohl. Und wenn alle Bäume verkauft seien, würde noch für Nachschub gesorgt. „Dann schlagen wir noch welche aus unserer Kultur.“ Noch bis Heiligabend, 12 Uhr, sind hier am Dösseln 1 Bäume zu kriegen.

Viele Kunden hätten in diesem Jahr früher zugeschlagen als sonst. Die Aufteilung bleibt dabei überdeutlich: Favorit ist mit gut 80 Prozent auch hier die Nordmanntanne, gefolgt von den Blaufichten, die gut 20 Prozent ausmachen. Dazu kämen noch ein paar Rotfichten, die aber nur ganz wenig nachgefragt seien.

Neuenrade

Auf dem Hof Müller in Neuenrade heißt es: „Das meiste war am Wochenende um den dritten Advent los“. Viele Kunden hätten angerufen, ob sie noch kommen könnten, sagt Chefin Barbara Müller. Eine wichtige Frage war da auch, ob das sehr beliebte Selber-Schlagen der Bäume noch geht. Anfang letzter Woche gab es dann Gewissheit – es darf weitergehen. „Es läuft ganz gut unter den Bedingungen.“

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