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Nachfolge sicher: Firma Otto Bergfeld handelt nicht nur mit Draht

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Von: Thomas Bender

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Der eine hält den Draht, der andere die Dichtschnur: Die beiden Bergfeld-Geschäftsführer Gerhard Schneider (l.) und Thomas Stein.
Der eine hält den Draht, der andere die Dichtschnur: Die beiden Bergfeld-Geschäftsführer Gerhard Schneider (l.) und Thomas Stein. © Thomas Bender

Die feuerfesten Baustoffe, mit denen Otto Bergfeld handelt, werden überall da gebraucht, wo es in der Industrie heiß wird. Die Firma läuft gut, einen Rückschlag im vergangenen Jahr hat man weggesteckt. Damit das Traditionsunternehmen weiter Bestand hat, hat sich die Geschäftsführung etwas einfallen lassen.

Altena – So geht Unternehmensnachfolge: Schon 2010 schaute sich Gerhard Schneider nach einem Nachfolger um und holte Thomas Stein in die Firma Otto Bergfeld. Der wurde in der Folge nicht nur neben Schneider weiterer Geschäftsführer, sondern übernahm im Laufe der Jahre auch immer mehr Firmenanteile. Inzwischen hat er die Mehrheit, Schneider zieht sich mehr und mehr zurück. Und die nächste Generation steht auch schon parat: Steins Sohn Niklas arbeitet neuerdings in der Firma mit.

Die „Otto Bergfeld H.H. Sohn GmbH und Co. KG“, wie der korrekte Firmenname lautet, wurde 1921 von Otto Bergfeld gegründet, der bis dahin bei VDM gearbeitet hatte. Er übernahm eine Reihe von Handelsvertretungen, im Laufe der Zeit kristallisierte sich der Handel mit feuerfesten Werkstoffen als wichtigstes Standbein heraus.

Schneider ist Otto Bergfelds Enkel. Dass er nach Abitur und Studium ins Unternehmen eintreten würde, war keine Frage. Er wurde Ingenieur für Grobkeramik, um den Kunden der Firma mit dem nötigen Knowhow gegenübertreten zu können.

Die feuerfesten Baustoffe, mit denen das Unternehmen handelt, werden überall da gebraucht, wo es in der Industrie heiß wird – vor allem im Industrieofenbau, aber auch in Schmieden, Gießereien, bei Feuerungsfirmen und natürlich auch Drahtziehereien, in deren Glühen Temperaturen von bis zu 600 Grad herrschen. Die Firma kann aber deutlich mehr: „Wir liefen für einen Temperaturbereich von 400 bis zu 1800 Grad“, sagt Schneider.

Beraten, betreuen, Vertrauen schaffen – das ist dem Seniorchef wichtig, deshalb legt er auch großen Wert auf den persönlichen Kontakt zu den Abnehmern seiner Produkte. Das beschränkt sein Geschäftsgebiet auf einen Radius von etwa 100 Kilometer rund um Altena.

„Feuerfest ist mein Metier“, stellt Schneider fest. Und trotzdem handelt die Firma Otto Bergfeld schon immer auch mit Draht. Das habe sich wegen der Verbindungen zur Drahtindustrie angeboten, meint Schneider.

Die Bedeutung dieses Geschäftszweiges hat allerdings zugenommen, nachdem Stein in das Unternehmen kam oder besser zurückkam – er hatte bei Otto Bergfeld Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt und anschließend zehn Jahre dort gearbeitet, bis er in die Drahtindustrie wechselte und in einer Drahtzieherei eine leitende Position im Vertrieb einnahm – „da habe ich mich mit dem Produkt angefreundet“, sagt er. 17 Jahre blieb Stein da, dann holte Schneider ihn zurück.

Seitdem gewinnt das Thema Draht bei der Firma Otto Bergfeld an Bedeutung. Sie hat sich auf Edelstahldrähte in Abmessungen von 0,2 bis 2 Millimeter spezialisiert, liefert aber auch ganz einfache, weiche Bindedrähte – manchmal ganze Lkw-Ladungen, manchmal aber auch nur 50 Kilo. „Man muss sich halt seine Nischen suchen“, meint Stein.

Bevor im vergangenen Jahr das 100-jährige Bestehen der Firma gefeiert wurde, ließen Schneider und Stein alles schick machen in dem kleinen Verwaltungstrakt, den Schneiders Mutter 1966 gekauft hatte. Schneider ließ zwar 20 Jahre später an der Rahmedestraße zwei neue Hallen bauen, an den Büros wurde nicht viel gemacht. „Es war eine Kernsanierung“, erinnern sich die beiden Geschäftsführer an die Arbeiten im Jahr 2020.

Dann kam die Flut, die auch hier erbarmungslos zuschlug und sowohl die neuen Büros als auch die Hallen mitsamt dem darin lagernden Warenbestand unter Wasser setzte. Der Schaden war beachtlich, das Unternehmen zum Glück versichert. Die Abwicklung des Schadens sei problemlos über die Bühne gegangen, freut sich Schneider. Inzwischen ist wieder alles schick in Hallen und Büros.

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