Nachbarn helfen sich

Auch iIn der Friedrichskirche soll Pfarrer Thorsten Brinkmeier zukünftig predigen.

ALTENA ▪ Seit sich Pfarrer Rainer Lange beruflich nach Norddeutschland orientiert hat, ist seine 75-Prozent-Pfarrstelle in der evangelischen Kirchengemeinde Rahmede verwaist. Jetzt strebt die 1217 Köpfe zählende Gemeinde einen neuen Weg an. Sie setzt auf Nachbarschaftshilfe.

Wie Hans Görlitzer, Vorsitzender des Presbyteriums, auf Anfrage bestätigte, wünschen sich die Christen, dass sie Pfarrer Thorsten Brinkmeier aus der nahen Kreuzgemeinde aus Oberrahmede-Rathmecke seelsorgerisch betreut. Deshalb strebt die Friedrichsgemeinde eine so genannte pfarramtliche Verbindung mit dieser Pfarrei an. „Damit auch formell alles seine Ordnung hat“, wie Görlitzer sagt.

Denn mehr als einen Pfarrer mit nur noch 50 Prozent Stellenumfang könne sich die Gemeinde in der Rahmede auch in naher Zukunft nicht mehr leisten. Um das zu verstehen, muss man einen Blick zurück werfen. Die kirchliche Gebietsreform, die noch während der knapp zehnjährigen Amtszeit von Pfarrer Rainer Lange stattfand, kostete die Rahmeder etwa 400 Mitglieder. Damals fiel der Vogelbergweg, ein Neubaugebiet, an Lüdenscheid. „Das hat auch Sinn gemacht“, blickt Hans Görlitzer keineswegs im Zorn zurück. Am Vogelbergweg hätten sich halt Menschen angesiedelt, die sich damals noch keiner Gemeinde richtig zugewandt hatten. Und Lüdenscheid liege in diesem Gebiet nun mal deutlich näher, als Altena.

Nur lobende Worte findet Görlitzer über Pfarrer Thorsten Brinkmeier. Er habe sich sofort nach dem Weggang von Pfarrer Rainer Lange im Sommer um den Konfirmandenunterricht gekümmert und auch sonst die Gemeinde betreut. Mit ihm – das höre er immer wieder – seien die Menschen sehr zufrieden. Der Unterricht der jungen Leute findet heute im 14-täglichen Wechsel am Stockey und im Gemeindezentrum Rathmecke-Dickenberg statt.

Auf einer noch einzuberufenden Gemeindeversammlung möchte Görlitzer das genaue Prozedere der künftigen Gemeindezusammenarbeit vorstellen. Wichtig ist ihm aber, festzustellen, dass selbst nach einer pfarramtlichen Verbindung in der Rahmede ein eigenes Presbyterium bleibt.

Die Stimmung in der Rahmede selbst beschreibt der Presbyteriumsvorsitzende als durchaus gut. ▪ Von Johannes Bonnekoh

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