Nach Unfall auf A1: Altenaer täuscht Autodiebstahl vor

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Der Altenaer wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Altena – Der BMW eines Altenaers steht demoliert auf der Überholspur der A1. Vom Fahrer keine Spur. Was ist passiert?

Auf regennasser Fahrbahn kam ein BMW 3 am Morgen des 5. November 2017 auf der A1 ins Schleudern, krachte in die Mittelleitplanke und blieb um 180 Grad gedreht auf der Überholspur liegen. Als die Polizei am Unfallort eintraf, saß niemand mehr im Auto.

Im Zuge der dadurch ausgelösten Ermittlungen erschienen gegen 8 Uhr Polizeibeamte an der Altenaer Wohnadresse des Autobesitzers. Der Eigentümer erklärte ihnen, der Wagen sei in der vorangegangenen Nacht offenbar gestohlen worden.

Dem stand aber der Befund eines Gutachters entgegen, der das Wrack untersucht hatte. Er hatte keine Spuren gewaltsamen Aufbrechens gefunden. Alle Schlösser waren intakt, und es gab keinen Hinweis, dass der Wagen kurzgeschlossen worden war. Der Gutachter kam deshalb zu dem Ergebnis, dass der Wagen mit einem der beiden Originalschlüssel gestartet worden war. 

DNA-Spur führt zum Autobesitzer

Dazu kam ein DNA-Befund an den beiden ausgelösten Airbags, der darauf hindeutete, dass der Eigentümer des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Auslösung zumindest auf dem Beifahrersitz gesessen hatte. Die Anklage ging deshalb davon aus, dass der 52-Jährige den Diebstahl seines Autos nur vorgetäuscht hatte. 

Kuriose Erklärung für DNA-Spur

Der Angeklagte bestritt diese Schlussfolgerung aus den Untersuchungsbefunden. Er habe nicht in dem Auto gesessen und die ganze Nacht zuhause im Bett gelegen. Seine Frau stand als Zeugin bereit, um das zu bestätigen. Für die DNA-Spuren an den Airbags hatte er eine überraschende, aber schwer zu widerlegende Erklärung: „Ich habe das ganze Auto von Grund auf neu aufgebaut.“ Dabei habe er mithilfe einer Anleitung aus dem Internet auch die Airbags eingebaut, die deshalb mit seinem Zellmaterial in Berührung gekommen seien. 

Das sei „eine Erklärung, die ich nicht sofort von der Hand weisen kann“, bemerkte Staatsanwalt Nils Warmbold. Für den Befund der Spurensicherung gebe es aber keine andere Erklärung, als dass jemand den Wagen mit einem der beiden Schlüssel geöffnet und gestartet hatte. „Wir wissen nicht, wer im Auto gesessen und den Unfall verursacht hat“, stellte der Staatsanwalt fest. 

"Fahrzeug mit Ihrem Wissen bewegt"

Es gelte aber: Selbst wenn der Angeklagte nicht selbst im Auto gesessen habe, müsse er gewusst haben, wer das Auto genommen hat. Damit fiel der vom Angeklagten erhobene Vorwurf eines angeblichen Diebstahls in sich zusammen. „Irgendjemand hatte einen der beiden Schlüssel. Er hat das Fahrzeug mit Ihrem Wissen bewegt“, fasste Richter Benjamin Ammon zusammen. 

Er verurteilte den Angeklagten wegen Vortäuschens einer Straftat zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 30 Euro. In die Gesamtstrafe von 50 Tagessätzen wurden 20 Tagessätze einer vorangegangenen Geldstrafe einbezogen.

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