Nach Streik der Tagesmütter: Altenas Bürgermeister unter Beschuss

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Tagesmütter legten am Montag in Altena die Arbeit nieder.

Altena – Viel Kritik steckt der Bürgermeister von Eltern und Tagesmüttern ein. Der Grund: Seine Reaktion auf den Streik der Tagesmütter, die auf Geld von der Stadt warten mussten.

Chris Sauerland findet den Bürgermeister „herablassend“, „uninteressiert“ und „arrogant“: Im Internet gerät Dr. Andreas Hollstein (CDU) wegen seiner Äußerungen zum Streik der Tagesmütter unter Druck. 

Er hatte von einem „Sturm im Wasserglas“ gesprochen, als die Tagesmütter am Montag für einen Tag die Arbeit niederlegten, weil das ihnen zustehende Geld für Januar von der Stadt nicht rechtzeitig eingegangen war. 

Das empört nicht nur Sauerland, dessen Frau als Tagesmutter arbeitet. Bearbeitung dauert Diskussionen auf Facebook-Seiten wie „Altena, meine Stadt“ lassen ahnen, dass für die Tagesmütter in Altena schon seit geraumer Zeit vieles schief läuft. 

Lange Wartezeiten nervt Eltern

Es beschweren sich dort nicht nur die Betroffenen, sondern auch Eltern, die dieses Angebot des Jugendamtes zur Betreuung ihrer Kinder nutzen. Gegenüber dem AK äußerte Alexandra Jeschke ihr Unverständnis über lange Bearbeitungszeiten im Rathaus: Es habe Wochen gedauert, bis ihr mitgeteilt worden sei, was sie für die Betreuung bezahlen muss, schildert sie. „Bei einer Freundin in Plettenberg war das nach drei Tagen erledigt.“ 

Das Problem: So lange die Eltern nicht zu Beiträgen herangezogen werden, bekommen auch die Tagesmütter kein Geld. Die Stadt sei in vielen Fällen über Wochen oder sogar Monate im Verzug, berichten Betroffene auf Facebook. Damit fehle den Tagesmüttern dann viel Geld. 

Hollstein und seine Abteilungsleiterin Agnes Goniwiecha erklärten die Schwierigkeiten damit, dass es im Jugendamt über einen längeren Zeitraum hinweg personelle Probleme gegeben habe, was die Betroffenen aber kaum tröstet.

Mitarbeitern ein Bauernopfer?

Kritisch gesehen wird auch der Hinweis Hollsteins, dass die zuletzt zuständige Mitarbeiterin inzwischen gekündigt habe. Das klinge nach einem Bauernopfer, schreibt Chris Sauerland und berichtet, dass nur aus Rücksichtnahme auf die Eltern davon abgesehen worden sei, den Streik nach Hollsteins Erklärung zu verlängern. 

Für Empörung bei den Tagesmüttern und Eltern sorgt auch die auf der Homepage der Stadt nachzulesende Äußerung, „ein Streik auf dem Rücken der anvertrauten Kinder“ sei „unverhältnismäßig“ und entspreche nicht dem, was unter einer verantwortlichen Betreuung zu verstehen sei. „Man gibt sein Kind ja nicht zum Spaß ab, sondern weil man Geld verdienen muss. Die Tagesmütter machen einen Megajob und natürlich muss der bezahlt werden“, schreibt dazu eine betroffene Mutter. 

Als einziger Politiker hat sich bisher Ulrich Biroth von der sozialen und demokratischen Alternative in dieser Sache öffentlich zu Wort gemeldet: Er weist darauf hin, dass am Mittwoch, 19. Februar, die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses ansteht. Dort werde die Verwaltung einiges zu erklären haben.

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