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Nach Schwarzenstein-Großbrand: Ermittlungen laufen weiter

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Von: Jona Wiechowski

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Im Rahmen des Großbrandes der Industriebrache Schwarzenstein waren Ende März rund 250 Einsatzkräfte im Einsatz.
Im Rahmen des Großbrandes der Industriebrache Schwarzenstein waren Ende März rund 250 Einsatzkräfte im Einsatz. © Wilczek, Markus

Nach dem Schwarzenstein-Großbrand laufen die Ermittlungen weiter. Inzwischen wurde die Akte an die Staatsanwaltschaft abgegeben.

Altena – Ende März hat es auf dem Schwarzenstein-Gelände einen Großbrand gegeben. Nach dem verheerenden Feuer, das die Einsatzkräfte über mehrere Tage beschäftigte, hatte die Polizei drei Tatverdächtige ermittelt, die für den Brand verantwortlich sein sollen (wir berichteten) – eine 18-jährige Altenaerin sowie zwei 15 und 16 Jahre alte Jugendliche aus Iserlohn. Dabei bleibt es nach wie vor, auch nachdem die Akte vor rund eineinhalb Monaten von der Polizei an die Staatsanwaltschaft Hagen abgegeben worden war. Einen neuen Stand gebe es „noch nicht“, erklärte Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli auf Nachfrage der Redaktion.

Zuletzt hatte das Gutachten des Brandsachverständigen noch nicht vorgelegen, „da in dem Bereich jedoch schon längere Zeit weder Strom noch Gas liegen, scheidet ein technischer Defekt aus“, ging Polizeipressesprecher Christof Hüls schon zuletzt im Gespräch mit der Redaktion von Brandstiftung aus. Einige Wochen zuvor waren zwei Gutachter mit Kollegen der Kriminalpolizei und des Altenaer Ordnungsamtes vor Ort gewesen. Über zwei Stunden hatten sie sich auf dem Gelände umgeschaut und unter anderem auch Luftaufnahmen per Drohne gemacht, wie Hüls damals beschrieb. Danach war auch klar, wo der Brand ausgebrochen war – und zwar in dem Bereich, in dem bis vor einiger Zeit noch ein kunststoff-verarbeitender Betrieb tätig war.

Die Schadenshöhe für Brandschäden und Einsatz stand zunächst weiterhin nicht fest. So gut wie sicher war damals allerdings bereits, dass die Schadensersatz-Forderungen – speziell mit Blick auf die Kosten für den Großeinsatz, in dessen Rahmen rund 250 Einsatzkräfte vor Ort waren – wesentlich stärker ins Gewicht fallen dürften, als mögliche Strafen, so der Pressesprecher im Gespräch.

Der Brand war an einem Samstagabend ausgebrochen und zog sich bis tief in den Sonntag hinein; auch in den Tagen danach musste die Feuerwehr immer wieder für Nachlöscharbeiten anrücken. Um den Brand unter Kontrolle zu bekommen, wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Altena von der Wehr aus Iserlohn, Nachrodt, Meinerzhagen, Neuenrade, Herscheid, Halver und Werdohl unterstützt. Zudem hatte die Werkfeuerwehr von VDM Metals zeitweise die Wache in Altena besetzt, um für weitere Einsätze gewappnet zu sein.

Zwei Feuerwehrmänner werden verletzt

Bei den Löscharbeiten wurden zwei Feuerwehrmänner verletzt. Sieben Anwohner wurden vorsichtshalber evakuiert, konnten am Sonntag aber wieder zurück in ihre Wohnungen. Sie waren über Nacht erst im Lennestein und später in einem Hotel oder bei Freunden und Verwandten untergekommen.

Die Polizei war im Nachgang des Brandes relativ schnell auf die drei jungen Frauen aus Altena und Iserlohn als Tatverdächtige gekommen. Anfang April führten Einsatzkräfte daraufhin Durchsuchungen durch und stellten dabei unter anderem Handys sicher.

Anfang Juni hatten sich Täter mit einer Flex an der Industriebrache zu schaffen gemacht. Bei der Suche nach den Unbekannten setzte die Polizei auch einen Hubschrauber ein.

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