Nach Schlaganfall: SPD-Chef Lutz Vormann kehrt zurück

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Es geht aufwärts: Der stellvertretende Landrat Lutz Vormann (SPD) sitzt noch im Rollstuhl, doch es geht ihm immer besser. Neben ihm Therapeutin Monika Windfuhr sowie Ratsfrau und Parteifreundin Irmgard Imbrom.

Altena – Er hat sich zurück ins Leben gekämpft. Der stellvertretende Landrat und SPD-Ortschef Lutz Vormann sitzt zwar noch im Rollstuhl, kehrt nun aber in die Politik zurück. Ein Gespräch über Dankbarkeit und Optimismus.

Fest drückt Lutz Vormann die Hand zur Begrüßung. Der 55-Jährige trägt Sportbekleidung, macht einen guten körperlichen Eindruck und hat eine frische Gesichtsfarbe. Mehr als ein Jahr nach seinem gesundheitlichen Zusammenbruch in Folge eines Schlaganfalles „geht es jeden Tag ein bisschen besser“, sagt der SPD-Politiker mit fester Stimme. „Ich komme wieder auf die Beine“, fügt er im Beisein von Parteifreundin Irmgard Ibrom, Ratsfrau in Altena, und Monika Windfuhr an. 

Sie macht den Familienvater als Physiotherapeutin zurzeit wieder fit, und zwar in der Nachrodt-Wiblingwerder Einrichtung Awia. „Was ich schon immer an Lutz Vormann bewundert habe, ist sein unbedingter Wille, zurückzukommen. Sich nicht hängen zu lassen. Nach vorne zu blicken“, sagt Irmgard Ibrom. 

Die Atmosphäre in der Anlage für „Alternatives Wohnen im Alter“, wo Vormann tagsüber betreut wird, dafür steht die Abkürzung Awia, ist locker. Blumen stehen auf dem Tisch. Einige Teilchen vom Bäcker, Fruchtsäfte und Wasser. „Nein“, sagt Vormann und lacht. „Nein, Zigaretten gibt es hier nicht.“ 

Zigaretten sind tabu

Schwer fällt ihm der Verzicht auf den Glimmstengel, der einst wie selbstverständlich zu ihm gehörte, offenbar nicht. „Ich höre auf meinen Arzt. Der gibt mir Ratschläge, was ich schon kann und was ich besser noch sein lassen sollte“, sagt er nachdenklich. „Dabei ist so viel in der politischen Pipeline.“ 

Und schnell dreht sich das Gespräch um Kommunalpolitik in Altena und auf Kreisebene. „Das ist und bleibt mir ein Herzensanliegen“, sagt der stellvertretende Landrat, Orts- und Fraktionschef der SPD in Altena. Er nahm bereits an Fraktionssitzungen, an Ausschuss-, Rats- und Kreistagssitzungen teil.

"Schäuble sitzt auch im Rollstuhl"

„Im Rollstuhl“, sagt er und zieht die Augenbrauen hoch. „Wolfgang Schäuble sitzt auch im Rollstuhl“, fügt Irmgard Ibrom hinzu. „Das ist doch alles nur vorübergehend, Lutz. Es wird.“ Vormann fragt nach Beschlüssen in Rat, Ausschüssen und in der Fraktion, er kommentiert Entscheidungen, er will wieder „mitmitschen“. 

Dankbar sei er, „heute schon so weit zu sein.“ Und dankbar sei er auch „Altenas Verwaltung und der Kreisspitze“ sowie vielen Freunden, Verwandten, Nachbarn und „Politikern aller Parteien. Ja, ich wiederhole, quer durch alle Parteien. So viele haben mir den Rücken gestärkt. Es tut gut, so etwas zu erleben. Wertschätzung zu erfahren“, sagt er – und seine Stimme ist plötzlich doch ein bisschen belegt.

"Leute, ich bin wieder da"

 „Ich habe mir vorgenommen, wieder am öffentlichen Leben teilzunehmen. Auf dem Wochenmarkt in Altena durfte ich bereits viele Gespräche führen, auf dem Schützenfest in Dahle habe ich mich sehr wohlgefühlt. Leute, ich bin wieder da. Noch nicht ganz der Alte, aber es wird.“ 

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, aber auch Landrat Thomas Gemke hätten ihm gesagt, er solle sich so viel Zeit nehmen, um gesund zu werden, wie er brauche. „Auch dafür danke ich. Wer einen gesundheitlichen Rückschlag erlebt wie ich, spürt plötzlich, wie gut Worte, SMS, WhatsApp-Nachrichten oder ein Anruf tun. Ich habe wirklich viel Freundschaft kennen gelernt. Das macht mich dankbar."

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