Entgegen bundesweitem Trend

Nach Lockdowns: Leute zieht‘s wieder in Supermärkte

Mitarbeiterin Tuna Yakar und Marktleiter Sebastian Pitthan sortieren neue Ware in die Regale des Edeka-Markts an der Rahmedestraße in Altena ein.
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Mitarbeiterin Tuna Yakar und Marktleiter Sebastian Pitthan sortieren neue Ware in die Regale des Edeka-Markts an der Rahmedestraße in Altena ein.

Lieber einmal in der Woche den Wagen voll statt ständig einkaufen: Das beobachten Forscher nach den Lockdowns bundesweit. Die Erfahrungen in den Supermärkten in Altena und Nachrodt sind andere - auch wegen Corona.

Altena/Nachrodt – Nur mal eben ein Brot beim Bäcker, nur die Zahnpasta im Drogeriemarkt oder schnell noch ein bisschen Aufschnitt an der Fleischtheke holen, das gebe es deutlich seltener seit der Corona-Pandemie. Vielmehr würden Kunden zunehmend lieber einmal in der Woche einkaufen und dann den Wagen voll machen und gegebenenfalls auch eher Randzeiten nutzen.

Hat die Corona-Pandemie das Einkaufsverhalten nachhaltig verändert? Darauf deuten Ergebnisse einer Studie des Marktforschungsunternehmens NielsenIQ hin, für die die Daten von 20 000 Haushalten ausgewertet wurden. Das Ergebnis: Die Menschen gehen seltener shoppen, nehmen aber dann mehr mit.

Stoßzeiten am Wochenende

„Das ist grundsätzlich so“, bestätigt Kai Kantimm vom Edeka-Markt an der Altenaer Straße in Nachrodt mit Blick auf diesen Trend. Aber das sei nicht unbedingt eine neue Entwicklung oder der Pandemie geschuldet, meint er. Der Kaufmann weiß, dass „die Stoßzeiten am Wochenende zwischen 10 und 16 oder 17 Uhr liegen. Danach und davor ist es ruhiger.“ Das sei aber schon seit Jahren der Fall und gelte gleichermaßen für seine Edeka-Märkte in Nachrodt und Lüdenscheid-Brügge.

Wie häufig Kunden kommen, hänge vielmehr von der Distanz zum Supermarkt ab. „Unsere Nachbarn kommen weiterhin teils täglich“, berichtet Kai Kantimm. Das habe wohl durchaus mit der Pandemie zu tun: „Die Leute sind es alle leid.“

„Kunden kommen wieder öfter“

War ein Kaufverhalten wie in der Studie beschrieben zu Zeiten des Lockdowns durchaus zu beobachten, so treffe das nun eher nicht mehr zu: „Es lockert sich gerade wieder.“ Diese Erfahrung macht auch André Enste vom Edeka-Markt in der Rahmede. „Das relativiert sich gerade. Die Kunden kommen wieder öfter.“

Obst und Gemüse werden täglich frisch geliefert: Kai Kantimm in seinem Edeka-Markt an der Altenaer Straße in Nachrodt.

Beide Edeka-Chefs haben daher ihren Geschäftsbetrieb oder ihre Bestellungen auch nicht verändert. Und das sei auch nicht notwendig: „Wir halten den Markt immer voll. Die Menschen brauchen sich keine Gedanken zu machen.“

Hamsterkäufe: Zeiten sind vorbei

So sieht das auch Kai Kantimm: „Mit Frischeprodukten wie Gemüse, Wurst und Fleisch werden wir sechsmal in der Woche beliefert. Bei anderen Waren richtet es sich nach dem Bedarf.“

Kantimm erinnert sich noch gut an die Hamsterkäufe zu Zeiten des ersten Lockdowns. Stichworte: Toilettenpapier, Mehl, Nudeln. Diese Zeiten seien vorbei: „Das ist einfach gesitteter geworden.“

„Leute sind froh, dass sie mal wieder rauskommen“

Etwas anders ist die Situation bei Tante Carolas Drogerie an der Lennestraße aus. Direkt in der Fußgängerzone gelegen, ist das Geschäft für Anwohner der Innenstadt gut erreichbar – und wird entsprechend oft zu Fuß besucht. Es gibt auch viele ältere Kunden, die wohlmöglich nicht über ein Auto verfügen. Die beiden Edeka-Märkte liegen dagegen an einer Bundes- und Landstraße. „Viele kommen täglich zu uns“, berichtet Inhaberin Ulrike Singer. Sie glaubt: „Die Leute sind doch froh, dass sie wieder mal rauskommen aus den vier Wänden.“

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