Blick auf Bundestagswahl

Nach Landtagswahlen: CDU-Basis gespalten 

Die CDU hat bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stark verloren.
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Die CDU hat bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stark verloren.

Die CDU hat bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stark verloren. Müssen die CDU und Laschet vor der Bundestagswahl bangen? Die Meinungen an der Basis gehen weit auseinander.

Altena/Nachrodt – „Das ist natürlich nicht erfreulich.“ So lautet Dirk Siebeckes Kommentar zu den Landtagswahlen am Sonntag (14. März). „Das sind natürlich klare Niederlagen“, räumt Siebecke ein. Der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes warnte aber auch davor, die Ergebnisse überzubewerten: „Das waren Landtagswahlen“, sagt er und sieht darin keine Vorentscheidung für die Bundestagswahl im September.

Laschet schweigt: Nicht ungewöhnlich

Allerdings sei den CDU-Wahlkämpfern im Südwesten Deutschlands aus Berlin ein steifer Gegenwind ins Gesicht geblasen, meint Siebecke: Die Maskenaffäre um die Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein (CDU) und Nikolas Löbel (CDU) wirke sich natürlich auch auf die Basis aus. Auch ihn selbst habe das nicht kalt gelassen: „Natürlich ist es so, dass so was richtig weh tut.“

Dirk Siebecke, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Altena

Nicht ungewöhnlich findet es der Altenaer CDU-Vorsitzende, dass sich der CDU-Vorsitzende Armin Laschet am Wahlabend auffällig zurückhielt: Es sei auch in der Vergangenheit des Öfteren so gewesen, dass sich unmittelbar nach der Wahl der Generalsekretär vor die Kameras gestellt habe und die Parteivorsitzende sich erst nach der Analyse des Wahlergebnisses im Parteivorstand geäußert habe.

„Laschet wird noch eine Menge bewegen“

Im Übrigen glaubt Siebecke nicht, dass sich die schlechten Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auf Laschets Chancen als potenzieller Kanzlerkandidat auswirken werden. „Armin Laschet wird mit Sicherheit noch eine Menge bewegen“, meint Altenas CDU-Vorsitzender.

Die Felle für die CDU sieht Klaus-Dieter Jacobsen dagegen eher schwimmen. „Ich möchte gern Mäuschen spielen, was da jetzt hinter den Kulissen läuft“, sagt der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Nachrodt-Wiblingwerde. Die Bürger seien das Herum-Geeiere einfach leid und hätten dies mit ihren Stimmen kundgetan. „Sie wollen eine klare Kante haben“, so Jacobsen mit Blick auf die Corona-Krisenbewältigung.

„Wir werden auf allen Ebenen abgestraft“

Statt klarer und verbindlicher Aussagen gebe es das Gegenteil, könne man sich auf nichts verlassen. Deutlich würde das beim Thema Inzidenzwert. Hinzu komme die Maskenaffäre. „Auf dem Weg nach Berlin haben die Burschen vergessen, wo sie herkommen. Die Bürger halten uns nun den Spiegel zum Thema Wahrhaftigkeit vor“, sagt Klaus-Dieter Jacobsen.

Klaus-Dieter Jacobs, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Nachrodt-Wiblingwerde

Er sieht die Landtagswahlen sehr wohl als deutliches Zeichen, wohin die Reise der CDU geht. „Wir werden auf allen Ebenen abgestraft. Hier ich Nachrodt hatte ich jetzt zwei Austritte“, so der CDU-Vorsitzende. „Und an der Basis merken wir zwei Austritte sehr wohl.“

Das Abschneiden der CDU bei den beiden Landtagswahlen darf nach Ansicht von Klaus-Dieter Jacobsen nicht leichtfertig abgetan werden. „Natürlich kann ich als Land sagen, dass den meisten Mist der Bund gemacht hat. Aber wofür sitzen die Ministerpräsidenten in den stundenlangen Konferenzen, bei denen nichts herauskommt? Ein gutes Gesamtbild geben alle nicht ab.“

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