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Duschking-Abriss kostet bis zu 2 Millionen Euro

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Von: Thomas Bender

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Erst von oben wird die Größe des Duschking-Komplexes an der Lüdenscheider Straße deutlich. Das Gebäude muss komplett abgerissen werden.
Erst von oben wird die Größe des Duschking-Komplexes an der Lüdenscheider Straße deutlich. Das Gebäude muss komplett abgerissen werden. © Bender, Thomas

Zwischen 1,5 bis 2 Millionen Euro würde der Abriss des weitläufigen Duschking-Komplexes, der wohl alternativlos ist, kosten. Denn bekanntlich richtete die Jahrhundertflut im vergangenen Juli einen immensen Schaden in dem Gebäude an.

Anfang Juni dreht das ZDF in den ehemaligen Räumen der Firma Duschking an der Lüdenscheider Straßen einen Beitrag für eine Dokumentation, die am Jahrestag des Jahrhunderthochwassers ausgestrahlt werden soll. Bekanntlich richtete die Flut in dem weitläufigen Gebäude einen derart immensen Schaden an, dass dessen Abriss wohl alternativlos ist.

Was das kosten wird, haben inzwischen Gutachter ausgerechnet: 1,5 bis 2 Millionen Euro. Die NRW-Bank, die die Schäden der von der Flut betroffenen Industriebetriebe regelt, hat zugesagt, 80 Prozent der Abbruchkosten zu übernehmen – das ist der übliche Satz. „Wir bleiben also auf 300 000 bis 400 000 Euro sitzen – für nichts“, sagt Duschking-Geschäftsführer Tobias Murza.

Zig Tonnen Gestein in die Fabrik gespült

Zwar würde sich der Staat auch an den Kosten für den Wiederaufbau beteiligen, aber an den ist auch wegen Auflagen der Unteren Wasserbehörde am alten Standort nicht zu denken. Der Bach, der in Flutnacht zig Tonnen Gestein in die alte Fabrik spülte, ist im Bereich der Firma verrohrt, was bei einem Neubau kaum noch genehmigt würde – „und wenn doch, dann mit Rohren von einer Dimension, für die wir gar keinen Platz hätten“, meint Murza.

Dutzende von Freiwilligen packten im Juli 2021 an, um zu retten, was zu retten war. Duschking plant für den August eine Dankeschön-Party für alle Helfer.
Dutzende von Freiwilligen packten im Juli 2021 an, um zu retten, was zu retten war. Duschking plant für den August eine Dankeschön-Party für alle Helfer. © Murza

Duschking will auch gar nicht mehr zurück. Das auf fugenlose Badezimmersanierungen und das dafür erforderliche Material spezialisierte Unternehmen kam nur Tage nach der Katastrophe in ehemals von Gerhardi genutzten Gebäuden im Werdohler Gewerbegebiet Dresel unter und will dort auch bleiben. Man denke über einen Ankauf des neuen Standortes nach, sagt Murza und berichtet auch, dass mit der NRW-Bank Gespräche über eine Art Gesamtpaket geführt würden.

Auch noch Stress mit der Mark-E

Als wäre das alles nicht genug, gibt es seit der Flutnacht auch noch Stress mit der Mark-E, von der Duschking und die ebenfalls dort ansässige Firma Mielke ihren Strom bezogen. Der wurde zwar sofort abgeschaltet, vor etwa zwei Monaten wurden sogar die ins Gebäude führenden Kabel gekappt – Abschläge buchte der Stromversorger aber weiterhin ab und drohte einem Mieter von Duschking am Ende sogar mit einer Sperrung der Stromzufuhr – ganz klar ein Fehler, räumt Enervie-Pressesprecher Andreas Köster ein. Es sei bei dem Unternehmen durchaus klar gewesen, das der Vertrag gekündigt war. Deshalb seien Mahnungen und die damit verbundenen Mehrkosten nicht angebracht gewesen.

Auf einen gewissen Automatimus sei zurückzuführen, dass sowohl von Duschking als auch von dem Mieter mit der Abschlussrechnung noch vergleichsweise hohe Nachzahlungen verlangt wurden. „Wir haben beide mehrfach gebeten, uns die Zählerstände mitzuteilen. Das ist aber bis heute nicht passiert“, erklärt Köster. In solchen Fällen werde der Verbrauch geschätzt, zugrunde gelegt werde dabei der Vorjahresverbrauch, in diesem Fall also der von 2020.

Digital heißt nicht intelligent

Sie hätten schließlich digitale Zähler – warum sie die denn ablesen müssten? So argumentieren die Kunden und unterliegen damit offensichtlich einem Irrtum. Köster: „Ein digitaler Zähler ist nicht automatisch auch ein intelligenter Zähler“. Eine Fernabfrage der Zähler im Duschking-Gebäude sei technisch nicht möglich.

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