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Nach Jahrhundert-Unwetter: Rahmedebach bekommt mehr Platz

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Von: Thomas Bender

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Hier soll er demnächst fließen, der Rahmedebach. Der neue Tunnel ist 2,50 Meter breiter als der alte, der beim Jahrhunderthochwasser mit Geröll verstopft wurde.
Hier soll er demnächst fließen, der Rahmedebach. Der neue Tunnel ist 2,50 Meter breiter als der alte, der beim Jahrhunderthochwasser mit Geröll verstopft wurde. © Bender, Thomas

Es sind noch längst nicht alle Folgen der Flut beseitigt. Das zeigt sich auch auf dem Gelände der Firma Klincke in der unteren Rahmede.

Hier ist die Firma Müller seit Monaten damit beschäftigt ist, dem Rahmedebach so viel Platz zu verschaffen, dass sich ein Ereignis wie das am 15. Juli 2021 nach Möglichkeit nicht wiederholt.

Damals gab es in diesem Bereich einen Pegel. Er stieg während des Unwetters auf 3,40 Meter. Ein „mittleres Hochwasser“ wird dort bereits bei 1,05 Metern erreicht. Die ungeheuren Wassermassen rissen Autos mit sich und fluteten die Firma Klincke. Eine weitere, gravierende Folge zeigte sich, nachdem alles vorbei war: Die Sohle des Baches wurde durch angeschwemmtes Geröll um mehr als einen Meter angehoben – und zwar auch da, wo er im Bereich des Klincke-Firmengeländes unterirdisch verlief. Der Querschnitt dieses Tunnels hatte sich dadurch so sehr verringert, dass schon für ein „normales“ Hochwasser kaum noch Platz gewesen wäre.

Gefährliche Situation muss entschärft werden

Ein Blick auf die Baustelle zeigt, wie aufwendig es ist, diese gefährliche Situation zu entschärfen. In einem ersten Schritt wurde der Bach freigelegt und von Geröll befreit. Weil die Firma allerdings auf die Fläche nicht verzichten kann, muss das Gewässer wieder überbaut werden. „Die untere Wasserbehörde verlangte einen deutlich größeren Tunnel als bisher“, berichtet Firmenchef Bernd Falz über die Vorgaben des Märkischen Kreises. Das neue Bauwerk muss 2,50 Meter breiter sein als früher.

Blick auf das bisherige Bachbett. Es war viel zu klein für die Wassermassen.
Blick auf das bisherige Bachbett. Es war viel zu klein für die Wassermassen. © Bender, Thomas

Ein Fall für die Firma Müller, die auch hier mit ihren „Betonlegosteinen“ arbeitet und damit zunächst einmal eine neue Einfassung für den Bach geschaffen hat. Darauf kommt ein Deckel aus Beton-Fertigelementen, die anschließend noch durch eine weitere Lage Beton verstärkt werden, damit die Tragkraft auch für große Lasten ausreicht.

Firma Klincke ist kein Einzelfall

Die Firma Klincke ist kein Einzelfall. Auch an anderen Stellen wie zum Beispiel an der Hülsmecke sind Durchlässe so mit Geröll verstopft, dass sie aufgebrochen werden müssen. Für ein Haus am Brachtenbecker Weg empfiehlt der Wiederaufbauplan sogar den Abbruch, weil dort der Bach ebenfalls unterirdisch verläuft und der Durchlass mit Geröll verstopft ist. Weil das Gebäude als einsturzgefährdet gilt, bleibt nach Auffassung von Gutachtern nur der Abbruch und das Freilegen des Baches.

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