Geschichte Altenas

Nach 50 Jahren erscheint Band zwei des Altenaer Quellenbuches

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Hans Ludwig Knau, Dr. Christiane Tudrowski, Bernd Falz und Dorothee Ossenberg-Engels (v.l.) haben schon im neuen Quellenbuch geblättert.

Altena - Was lange währt, wird endlich Buch: 50 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Urkundenbuchs zur Geschichte Altenas hat der Verein der Freunde der Burg nun den Band II der „Quellen und Urkunden zur Geschichte der Stadt Altena (Westfalen)“ herausgegeben.

In seinem Vorwort nennt der Vereinsvorsitzende Bernd Falz den Anlass für das Engagement der Burgfreunde: „Am 20. Dezember 2017 jährt sich zum 650. Mal die Verleihung der Freiheitsrechte an die heutige Stadt Altena durch Graf Engelbert III.“ 

Der gewichtige, gut 800 Seiten starke Band ist also eine Art Geburtstagsgeschenk an die Stadt. Sein Untertitel markiert den riesigen Zeitraum, aus dem die Urkunden stammen: „Von 1609, dem Aussterben der männlichen Linie der klevisch-märkischen Herzöge, bis 1722“. Und natürlich gibt es einen Hinweis auf jenen Mann, dem wir diese gewaltige Sammlung verdanken: „Bearbeitet von Hermann Flebbe“. 

Seine Lebensdaten erklären, warum die etwa 1000 maschinenschriftlichen Seiten mit seinen Quellen- und Urkundenabschriften fast 50 Jahre lang im Kreisarchiv ruhten: Hermann Flebbe wurde 1886 als Sohn eines Buchdruckers in Hannover geboren. Er studierte in Göttingen und Heidelberg klassische Philologie und Geschichte und wurde nach dem Referendariat in Hannover „Hilfslehrer für die Fächer Griechisch, Latein und Geschichte, bis er im April 1912 als Oberlehrer an das Realgymnasium der Stadt Altena wechselte“, schreibt Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski in einem biografischen Vorwort zu Hermann Flebbe. 

Hermann Flebbe war ab März 1941 mit der Verwaltung des Kreisarchivs betraut

Als dieser altersbedingt und wegen seiner Mitgliedschaft bei den Freimaurern angeblich „wehrunwürdig“ war, „eröffneten die Kriegsjahre dem passionierten Historiker ein Betätigungsfeld, das ihn für den Rest seines Lebens beschäftigen sollte. Von März 1941 an wurde er mit der Verwaltung des Stadtarchivs Altena betraut. 

Die Anzahl und Qualität der bis dato (ihm) weitgehend unbekannten Urkunden und Dokumente muss Flebbe überwältigt haben und ließ alsbald den Gedanken in ihm reifen, auf der Grundlage dieses Materials eine Geschichte der Stadt Altena zu schreiben.“ Flebbe schaffte es, den ersten Band zum „Stadtjubiläum“ 1967 herauszugeben. 

Er umfasst Dokumente von den Anfängen bis 1609. Nur ein Jahr später starb Hermann Flebbe, bevor er den zweiten Teil für den Druck überarbeiten konnte, und die Manuskriptseiten blieben im Kreisarchiv, bis der Münsteraner Historiker Dr. Roland Pieper das „50 Jahre schlummernde Manuskript“ wieder zum Leben erweckte und in einem großen Kraftakt zur Druckreife brachte. 

Besonders viel Arbeit steckt in den Orts- und Namensverzeichnissen, die die Arbeit mit dem Buch erheblich erleichtern. Roland Pieper beschließt seine Anmerkungen zur Edition mit den Worten: „Das Material erschließt uns einen lebendigen, meist mehr bedrückenden denn beglückenden, vor allem aber sehr umfassenden und detailreichen Einblick in das Leben der Bürger von Altena im turbulenten 17. Jahrhundert.“ Band II der „Quellen und Urkunden zur Geschichte der Stadt Altena“ erschien in einer Auflage von lediglich 150 Exemplaren. Der 819 Seiten starke Band kostet 35 Euro und ist im Buchhandel, über das Kreisarchiv und in der Geschäftsstelle der Freunde der Burg erhältlich.

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