Nach Insolvenz

Kletterwelt Sauerland an Investor verkauft - Halle bald wieder geöffnet

Die Kletterwelt Sauerland ist derzeit geschlossen. Sie wurde an einen Investor verkauft und soll am 1. August wieder öffnen.
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Die Kletterwelt Sauerland ist derzeit geschlossen. Sie wurde an einen Investor verkauft und soll am 1. August wieder öffnen.

Die Kletterwelt Sauerland auf Rosmart soll am 1. August wieder öffnen. Sie wurde nach der Insolvenz an einen Investor verkauft.

Altena/Werdohl/Lüdenscheid - Noch im November 2017 lobte eine Jury aus Vertretern der Kreditanstalt für Wiederaufbau KFW, der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank DZ und der NRW-Bank die gelungene Finanzierung der Kletterwelt Sauerland auf Rosmart. 

Jetzt ist die hinter der Kletterwelt stehende Kommanditgesellschaft pleite, die Volksbank bleibt auf einem Teil des Millionen-Kredits sitzen. Michael Drüppel als Firmenkundenbetreuer der Volksbank am Standort Lüdenscheid wurde damals zum „besten Fördermittelberater 2016 in der Kategorie Gründung und Nachfolge“ ausgezeichnet. 

Coronavirus als i-Tüpfelchen

Auch Vertreter der SIHK zu Hagen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises lobten sich für ihre Hilfe beim Start-Up von René Brehm. Mit den zwei trockenen Sommern 2018 und 2019 gingen die Besucherzahlen der Kletterhalle auf Rosmart zurück,Corona machte der knapp gestrickten Finanzierung ein Ende. 

Mitte März musste die Halle coronabedingt schließen, die Einnahmen brachen weg, Brehm meldete als persönlich haftender geschäftsführender Gesellschafter der Kletterwelt Sauerland KG zum 1. April seine Zahlungsunfähigkeit beim Insolvenzgericht. 

Zum 1. Juli wurde das Insolvenzverfahren über die KG eröffnet, davor schon hatte der zum Insolvenzverwalter bestimmte Anwalt Dr. Mike Westkamp die Geschäftstätigkeit unter die Lupe genommen. Die Insolvenz bearbeitet der Hagener Rechtsanwalt Christian Schulze für den Insolvenzverwalter. 

Wiedereröffnung am 1. August geplant

Ein Verkaufsangebot für 1,5 Millionen Euro stand kurze Zeit bei der Deutschen Unternehmensbörse online. Bereits zum 1. Juli wurde der Geschäftsbetrieb der KG an einen Investor verkauft. Brehm werde wohl bei der neu gegründeten Betreibergesellschaft angestellt, so Schulze. 

Eine Wiedereröffnung sei zum 1. August geplant. Genaueres wollte Brehm bislang trotz mehrfacher Nachfrage nicht sagen, auch der Name des von ihm selbst vorgestellten Investors ist nicht bekannt. 

Rechtsanwalt Schulze erklärt das Verfahren: Ausschließlich die Halle samt Inventar plus Personal sei an den Investor verkauft worden, die Verbindlichkeiten blieben bei der KG. Die Gläubigerversammlung werde dem Deal am 31. August sicher zustimmen, weil der Verkauf mit der Volksbank als Hauptgläubigerin abgestimmt worden sei. 

Asset-Deal: Investor trägt Schulden nicht

Bei dieser Abwicklung handele es sich um einen so genannten Asset-Deal, erläuterte Schulze. Der Investor haben einen Kaufpreis gezahlt und ausschließlich die Vermögenswerte erworben, nicht aber die Verbindlichkeiten. Eine solche Aufteilung sei üblich, so Schulze, das sei der Vorteil für Schuldner und Investor. 

Die Volksbank in Südwestfalen bleibe dabei auf einem „erklecklichen Sümmchen“ hängen, so Schulze. Bei Insolvenzen in Deutschland werde im Schnitt nur eine Auszahlungsquote von zwei bis drei Prozent erreicht. 

Dieser Durchschnitt gelte ausdrücklich nicht für die Kletterwelt, solle aber zeigen, dass durch eine Insolvenz ein großer Teil der Schulden beim Gläubiger verbleibe.

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