Am Schützenplatz Evingsen

Nach Hochwasser: Riesenmüllberg in Altena verschwindet 

Fein aussortiert: Farbeimer wurden auf dem Evingser Schützenplatz ebenso aus dem Hochwasser-Müll gefischt wie Elektrogeräte.
+
Fein aussortiert: Farbeimer wurden auf dem Evingser Schützenplatz ebenso aus dem Hochwasser-Müll gefischt wie Elektrogeräte.

Der große Müllberg auf dem Schützenplatz in Altena-Evingsen ist fast verschwunden. Dort wurde zwischengelagert, was das Hochwasser vernichtet hatte. Die Riesenmenge Müll beschert der Stadt ein Spitzen-Ranking.

Altena – Selbst in der Katastrophe wird der Müll getrennt, jedenfalls so gut es geht: Elektrogeräte, Farbeimer, Rasenmäher – all das haben Mitarbeiter eines Bauunternehmens aus dem Hochsauerlandkreis aus jenem Riesen-Müllberg gefischt, der nach der Hochwasserkatastrophe auf dem Evingser Schütrzenplatz aufgehäuft wurde.

Seit Anfang August waren Fahrzeuge der Firma Lobbe unterwegs, um den Müll zur Verbrennungsanlage in Iserlohn zu bringen. Inzwischen ist es fast geschafft. Nur noch ein kläglicher Müllrest lag am Montagmorgen (9. August) auf dem Schützenplatz, der damit bald wieder an die TS Evingsen übergeben werden kann – aufgeräumt und besenrein, versteht sich.

Müll abkippen: Erlaubt nur für „Offizielle“

Abkippen durften in Evingsen übrigens nur „Offizielle“, also Fahrzeug der Müllabfuhr und der von der Stadt mit der Müllentsorgung beauftragte Unternehmen. Wer auf eigene Faust Hochwassermüll dort loswerden wollte, bekam es mit der zur Bewachung des Mülls beauftragten Security zu tun. Die verhinderte auch, dass Schrottsammler sich an den dort stehenden Elektrogeräten vergriffen.

Die riesigen Mengen Müll wurden aus Altenas Innenstadt entsorgt.

Der für die Müllabfuhr zuständige Zweckverband für Abfallbeseitigung hat seit der Hochwasserkatastrophe am 14. Juli mehrere Sonderabfuhrtermine organisiert, zuletzt Ende letzter Woche. Wie viel Müll in Altena eingesammelt wurde, kann ZfA-Betriebsleiter Dieter Petereit im Moment noch nicht sagen. Frühestens Ende der Woche lägen belastbare Zahlen vor, sagte er.

Müllberge: Altena wird wohl Spitzenreiter

Auf jeden Fall steht zu befürchten, dass der bisherige „Vizekreismüllmeister“ Altena am Ende des Jahres 2021 auf Rang eins stehen wird. 299,5 Kilo „Abfall zur Verwertung“ produzierte jeder Altenaer im Jahr 2020, mehr schaffte mit 306,75 Kilo nur Plettenberg. Im ZfA-Durchschnitt fallen etwas über 270 Kilo pro Einwohner an. Musterknabe ist Menden mit 244,7 Kilo.

Exakt 5007,83 Tonnen Müll wurden aus der Burgstadt zur Müllverbrennungsanlage gefahren. 1187 Tonnen davon waren Sperrmüll. Das entspricht 71 Kilo pro Kopf und Jahr – mehr schafft keine andere ZfA-Kommune. Und die „Abfälle zur Beseitigung“ sind ja nicht alles: Alles in Allem sammelte der ZfA im vergangenen Jahr in der Burgstadt sogar 8358 Tonnen ein.

Müllaufkommen erstmals seit 2015 wieder gestiegen

Zu dem, was in Iserlohn verbrannt wird, gesellen sich nämlich noch mehr oder weniger gut verwertbare Stoffe. Dazu zählen rund 1200 Tonnen Bioabfall, die im Jahr in Altena anfallen, aber auch Papier (951 Tonnen), Altglas (346 Tonnen) und allerlei Elektrogeräte (etwa 44 Tonnen).

Auffällig ist beim Blick in die ZfA-Mengenstatistik, dass das Müllaufkommen 2020 im ZfA-Gebiet zum ersten Mal seit 2015 wieder gestiegen ist. Fachleute gehen von einem Corona-Effekt aus: Es wurde mehr aufgeräumt und weniger verreist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare