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Wie geht‘s weiter mit Müll, Verkehr, Versorgung? Die wichtigsten Antworten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Bender

Die riesigen Mengen Müll werden aus Altenas Innenstadt entsorgt.
Die riesigen Mengen Müll werden aus Altenas Innenstadt entsorgt. © Lars Schäfer

Gesperrte Straßen, riesige Berge Dreck und Müll, eingeschränkte Versorgung: Wie geht‘s in Altena und Nachrodt weiter nach der verheerenden Hochwasser-Katastrophe? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Altena/Nachrodt – Fragen über Fragen auch an Tag drei nach der Jahrhundertflut. Hier der Versuch, wenigstens einige Antworten zu geben.

Wie ist die Verkehrslage?

Frei sind die B 236 zwischen Nachrodt und Letmathe und die L 692 zwischen Nachrodt und Wiblingwerde und weiter nach Lüdenscheid. Gesperrt – und tatsächlich nicht befahrbar – bleibt die Verbindung Nachrodt-Altena. Die Landesstraßen durch die Nette und die Rahmede sowie die B236 zwischen Altena und Werdohl wurden von Straßen NRW gesperrt, sind aber eingeschränkt passierbar – und werden auch befahren.

Schließlich hätten Bewohner der Altenaer Innenstadt sonst keine Chance, ihre Stadt zu verlassen. Wer trotz der Sperrung fahre, tue das auf eigene Verantwortung, betonte Andreas Berg, Sprecher des Landesbetriebes. Gefahrstellen sind auf diesen Straßen nicht abgesichert, sie können auch unterspült sein und nachgeben. Vor allem nachts ist größte Vorsicht geboten.

Straßen: Bestandsaufnahmne der Schäden läuft

Wie geht Straßen.NRW weiter vor?

Im Moment laufe noch eine Bestandsaufnahme der Schäden, berichtet Berg. Erst wenn die abgeschlossen sei, könnten Entscheidungen über das weitere Vorgehen getroffen werden. Der Landesbetrieb guckt dabei nicht nur nach den Straßen selbst, sondern lässt durch Gutachter auch die Hänge untersuchen, weil auch sie instabil geworden sein könnten.

An der Lüdenscheider Straße in Altena wurde am Freitag festgestellt, dass Bäume nicht mehr standsicher waren. Sie wurden in einer Blitzaktion gefällt. Auf jeden Fall sei die Beseitigung der Schäden eine Mammutaufgabe.

Lebensmittel und Co.: die Versorgungslage

Ist die Versorgung der Bevölkerung gesichert?

In Altena sind der Lidl und die Aldi-Filialen an der Bahnhofstraße und in Dahle normal geöffnet, sie werden auch beliefert. Edeka Enste an der Rahmedestraße hat einen Wasserschaden und kann erst in der kommenden Woche wieder öffnen. Gleiches gilt für die benachbarte Netto-Filiale. Die Bäckerei ist dort aber schon geöffnet. Tante Carolas Drogerie ist geöffnet, viele andere Geschäfte in der Innenstadt aber nicht. In Nachrodt sind alle Läden offen.

Wohin mit dem vielen Müll?

Bereits jetzt sind Lobbe und der Bauhof dabei, den Müll in der Innenstadt zu beseitigen. Lobbe führt zudem eine Sonderabfuhr von Sperrmüll durch. Sie findet in Einsal, Wiblingwerde, Veserde und Rennerde am Montag, 19. Juli, statt. Altena folgt am Mittwoch, 21. Juli. Es werden nur Hausratsgegenstände abgefahren. Abbruchmaterial, Treibgut und Gebäudebestandteile werden nicht mitgenommen.

Sonderabfuhr des Mülls

Und auch Elektrogeräte werden über die Sonderabfuhr nicht entsorgt. Die Elektrogroßgeräte sind zur Abholung anzumelden, die Elektrokleingeräte können bei den Terminen zur Schadstoffsammlung am Entsorgungsfahrzeug abgegeben werden. Die Abfuhr erfolgt nur, wenn die Straßen erreichbar und befahrbar sind. Sollten das nicht der Fall sein, erfolgt die Abfuhr zeitnah.

Aufgrund der Menge des Sperrmülls muss auch damit gerechnet werden, dass nicht alle Ortsteile am Abfuhrtag abgefahren werden können. Dann erfolgt die Abfuhr an den Folgetagen.

Auch in den schwer getroffenen Firmen in der Rahmede und in der Nette wird auch am Wochenende aufgeräumt. Zig Mitarbeiter sind vor Ort und helfen alle zusammen.

Kostenloses Bürgertelefon erreichbar

Wo finde ich jetzt den Bürgerservice?

Altenas Bürgerservice am Markaner wurde ebenfalls überflutet. Er befindet sich jetzt mit einer Notbesetzung im Ratssaal (Eingang von der Bismarkstraße aus). Es sollte nach Möglichkeit die Online-Terminvergabe unter www.altena.de genutzt werden.

Für Bürgeranfragen aller Art steht das kostenlose Bürgertelefon unter der Nummer 0800/58 76 28 8 auch am Wochenende zur Verfügung. In Nachrodt ist die Verwaltung zu den üblichen Zeiten erreichbar. Bürgermeisterin Birgit Tupat wendet sich an alle Bürger: „Auch meine Mitarbeiter versuchen alles, um Sie zu unterstützen und unsere Gemeinde schnellstmöglich wieder aufzubauen. Ich bitte Sie jedoch um Verständnis, dass sich viele Dinge nicht von heute auf morgen erledigen lassen. Aber seien Sie versichert, dass meine Mitarbeiter und ich unser Möglichstes dafür tun!“

Was ist mit der Post?

Die kommt wieder. Daher erreichen nun Sendungen, die für Altena bestimmt sind, zunächst die mechanisierte DHL-Zustellbasis in Iserlohn-Sümmern. Von dort aus startet das Team aus Altena zur Zustellung in die Stadtgebiete, soweit die erreichbar sind.

Stadt appelliert: Zuhause bleiben, wenn es geht!

„Wir haben bewusst entschlossen, Post- und Paketsendungen für Altena in der mechanisierten Zustellbasis Iserlohn zwischenzulagern, um im Falle der Entspannung schnell wieder zustellen zu können“, sagt Zustellstützpunktleiter Volker Dunkel.

Trotz Dreck und Verwüstung: Die Post kommt wieder nach Altena.
Trotz Dreck und Verwüstung: Die Post kommt wieder nach Altena. © DHL

Gibt es Straßen, die nicht zu erreichen sind?

Ja. In Altena ist aktuell der Brachtenbecker Weg ab Hausnummer 9 nur aus Richtung Oevenscheid erreichbar. Der Grenningloher Weg, der Hügelweg und die Buchholzstraße zwischen B 236 und Lisingsiepen sind massiv unterspült und dürfen auf keinen Fall befahren werden. Überhaupt sollten alle, wenn irgend möglich, zuhause bleiben, sagt die Verwaltung.

In Nachrodt sind Hallenscheider Weg, Kreinberger Weg und Birkenweg gesperrt, Rettungsfahrzeuge kommen aber durch. Die Bereiche Becke und Eickhoff sind komplett gesperrt, auch für Rettungsfahrzeuge. Die K 24 ist theoretisch befahrbar, aber gesperrt, weil es in Hohenlimburg dort nicht weitergeht.

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