Große Resonanzn in Altena

Spenden-Ausgaben: „Keiner soll sich schämen zu kommen“

Das Stellwerk-Team gab von Aldi und Lidl gespendete Lebensmittel sowie Waren des Hygienebedarfs an Betroffene der Hochwasser-Katastrophe aus.
+
Das Stellwerk-Team gab von Aldi und Lidl gespendete Lebensmittel sowie Waren des Hygienebedarfs an Betroffene der Hochwasser-Katastrophe aus.

Ob Lebensmittel beim Stellwerk oder Sachspenden in der Sauerlandhalle: Es ist genug da für die Flut-Betroffenen. Doch nicht alle trauen sich. Das DRK sendet einen Appell.

Altena – Die Fotos von der mit Sachspenden prall gefüllten Sauerlandhalle kannte Volker Schmidt natürlich. Zur Wochenmitte machte sich der Präsident des DRK-Kreisverbandes Altena-Lüdenscheid persönlich ein Bild in der zentralen Hilfestelle und dankte den Rot-Kreuzlern sowie den vielen freiwilligen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz für die Menschen, die durch die Starkregen- und Hochwasser-Katastrophe in Not geraten sind. „Die Leute hier sind unheimlich engagiert“, sagte Schmidt beim Besuch in der Sauerlandhalle am Pragpaul ebenso dankbar wie sichtlich beeindruckt.

Die Resonanz auf das Hilfsangebot war in der vergangenen Woche nach DRK-Angaben bereits groß gewesen – und sie hat in den vergangenen Tagen nicht nachgelassen. „Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung, aber auch Spielzeug und Reinigungsmittel werden gut angenommen“, sagte Anke Hohage.

Sauerlandhalle: Ausgabe montags bis samstags 11 bis 17 Uhr

Die Rot-Kreuzlerin hat zusammen mit dem großen Helfer-Team in den zurückliegenden Tagen festgestellt, dass allmählich mehr und mehr „sehr stark Betroffene“ den Weg in die Sauerlandhalle finden, die nach den immensen Schäden zunächst viele andere Dinge zu tun gehabt und möglicherweise auch ein paar Tage gebraucht hätten, um das ganze Ausmaß der Verwüstung und Zerstörung zu realisieren.

Und Hohage geht davon aus, dass die großen Mengen an Textilien, Lebensmitteln oder Hygieneartikel, die dank der überwältigenden Spendenbereitschaft zusammengekommen sind, auch weiterhin benötigt und in der Sauerlandhalle montags bis samstags jeweils in der Zeit von 11 bis 17 Uhr an Betroffene ausgegeben werden.

Diskussion über Nicht-Betroffene, die Spenden abgeholt haben sollen

Nicht entgangen ist den Verantwortlichen eine in sozialen Medien entflammte Debatte, dass sich angeblich auch ganz vereinzelt Bürger, die nicht von der Flut betroffen gewesen seien sollen, Sachspenden in der Halle abgeholt hätten. Ob dem wirklich so war, bleibt offen. Für Anke Hohage ist aber ganz klar, dass die überwiegende Zahl derjenigen, die die Hilfe in Anspruch genommen haben und weiterhin nehmen werden, diese Hilfe auch dringend benötigen.

Im Eingangsbereich werde von daher auch nicht geprüft oder kontrolliert, ob jemand von der zerstörerischen Flut betroffen ist oder nicht. „Wir wollen auf keinen Fall, dass sich die Leute rechtfertigen müssen. Jeder ist willkommen und keiner braucht eine falsche Scham zu haben, hierher zu kommen“, betont Hohage.

Unermüdlich sind zahlreiche Helfer in der Sauerlandhalle seit Tagen im Einsatz. Die Resonanz auf das Hilfsangebot ist weiterhin groß

Nicht alle kommen von allein zur Spenden-Ausgabe

Sie berichtet in diesem Zusammenhang von einem Mann, der seinen Nachbarn zur Sauerlandhalle gebracht habe, weil dieser vom Hochwasser stark betroffen sei, aber von sich aus wohl nicht die zentrale Hilfestelle aufgesucht hätte. Anke Hohage bittet daher darum, dass jeder auch auf seinen direkten Nachbarn achten solle. Wer Hilfe benötige, würde diese auch erhalten.

Das galt am Donnerstag (29. Juli) auch im Stellwerk an der Lüdenscheider Straße. Dort gab das große Helfer-Team von Aldi und Lidl gespendete Lebensmittel sowie Waren des Hygienebedarfs an Betroffene der Hochwasser-Katastrophe aus. „Es herrscht ununterbrochen Betrieb. Wir haben in den ersten zwei Stunden bereits mehr als 40 gepackte Tüten herausgegeben“, sagte Marion van den Boogaard in den Mittagsstunden stellvertretend für das Stellwerk-Team.

Stellwerk: Discounter-Spenden werden verteilt

Ob Lebensmittel, Zahnbürsten- und pasten, Duschgel oder Waschmittel – von den gespendeten Waren der Discounter waren reichlich vorhanden. Auch am Freitag (30. Juli) werden die ehrenamtlichen Helfer in der Zeit von 10 bis 18 Uhr wieder die gespendeten Waren an Betroffene ausgeben, allerdings ist das Stellwerk wegen den Bauarbeiten an der Lüdenscheider Straße mit dem Auto, das etwa 100 Meter vorher abgestellt werden muss, schlecht erreichbar.

Wem es nicht möglich sein sollte, das Stellwerk persönlich aufzusuchen, soll sich unter Telefon 0177/6 81 78 65 melden. Es werde dann ein Transport der Waren organisiert. „Vielen Dank“, sagte ein Betroffener am Donnerstag (29. Juli), als er das Stellwerk mit einer prall gefüllten Tüte verließ, „wir können die Hilfe wirklich gut gebrauchen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare