Nach Gruselfunden im Wald: Jäger äußert sich

Kuh
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Den Kopf einer Kuh fanden Spaziergänger im Wald. Und nicht nur den.

Mehr als 20 abgetrennte Körperteile von Tieren entdeckten Spaziergänger im Wald im MK. Nun äußert sich ein Jäger zu dem Phänomen.

Immer wieder entdecken Spaziergänger abgetrennte Köpfe und andere Teile von Kühen, Ziegen oder Schafen in Altena und Umgebung. Viele Fälle wiesen auffällige Gemeinsamkeiten auf. Für Kreisveterinär Jobst Trappe war die Sachlage recht klar. Zu diesen Gruselfunden hat auch Harald Laus, Leiter des Hegerings Altena, eine klare Meinung.

Harald Laus, Leiter des Hegerings Altena
Es sind zuletzt auffällig viele Schlachtabfälle in den Wäldern gefunden worden. Wie sehr ärgert Sie das?
Ganz klar: Schlachtabfälle haben im Wald absolut nichts zu suchen. Dafür gibt es extra Stellen, an denen man das abzugeben hat. Für mich ist es nichts anderes als Müll. Und der hat im Wald auch nichts zu suchen.
Sind Schlachtabfälle im Wald gefährlich für das Wild?
Es kommt immer darauf an, um was für Schlachtabfälle es sich handelt. Das Wildschwein ist ein Allesfresser. Das heißt, ein Wildschwein geht auch an solche Abfälle dran. Wenn den Tieren Medikamente verabreicht worden sind wie zum Beispiel Antibiotika, und solche Sachen dann in unser Wild gelangen, dann ist das absolut nicht in Ordnung. Denn wir haben immer gesagt: Unser Wild ist frei von jeglichen Antibiotika oder was es so gibt. Wenn wir jetzt durch Schlachtabfälle im schlimmsten Fall Medikamente in unser Wild bringen, wäre das aus meiner Sicht nicht in Ordnung.
Kreisveterinär Jobst Trappe hatte im Zuge unserer Berichterstattung gesagt, dass solche Abfälle immer wieder im gesamten Märkischen Kreis zu finden und nichts Ungewöhnliches seien. Was ist Ihre Meinung?
Die Frage ist ja, was genau mit Schlachtabfällen gemeint ist. Wenn wir zum Beispiel Wildschweine im Wald aufbrechen, dann ist das im weitesteten Sinne auch Schlachtabfall.
Gefunden wurden beispielsweise abgetrennte Kuh- oder Schafköpfe...
Das hat für mein Dafürhalten nichts im Wald zu suchen. Dafür gibt es Abdeckereien oder andere Stellen, an denen man solche Sachen entsorgen muss. Es gibt ja auch Leute, die sich daran stoßen. Wenn wir ein Wildschwein im Wald aufbrechen, dann machen wir das an Stellen, an denen kein Spaziergänger vorbeigeht. Ich würde zum Beispiel nie Wildabfall oder Wildaufbruch auf einem Wanderweg hinterlegen. Wenn Wanderer mit Kindern einen Kuhkopf finden, muss das doch einfach nicht sein.

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