Viele Betroffene ohne Elementarschäden-Absicherung

Nach Flutkatastrophe: Versicherungen melden Millionenschäden 

Das große Aufräumen nach dem verheerenden Hochwasser in Altena geht weiter.
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Viel Hab und Gut haben die Menschen in Altena beim Hochwasser verloren.

Hunderte Meldungen sind seit dem Hochwasser bei den Versicherungen in Altena und Nachrodt eingegangen. Teilweise gehen die Schäden in die Millionen. Viele Private haben keine Elementarschäden-Versicherung. Sie bleiben auf den Schäden sitzen.

Altena/Nachrodt – Ja, die Telefone sind heißgelaufen. Bei den Altenaer Versicherungsbüros sind nach dem Starkregen mit anschließenden Überflutungen ungezählte Meldungen über Schäden eingegangen. Allerdings: Nicht in allen Fällen konnten die Versicherungen wie gewünscht helfen. Das AK hat mit Versicherungsbüros aus der Burgstadt und aus Nachrodt gesprochen und sich nach der Lage erkundigt.

Ergebnis: Zwar ist es gegenwärtig etwas ruhiger geworden, aber das will nicht viel heißen. „Noch in Monaten sind Nachmeldungen möglich, das Thema wird uns noch lange beschäftigen.“ Insbesondere Wasserschäden an Gebäuden hätten ihre Tücken, meint Lars Wygoda, Inhaber der Provinzial-Agentur an der Hagener Straße in Nachrodt.

„Gesamtsituation ist erschreckend“

Es habe sehr viele Anrufe gegeben. Seit Kyrill habe man auch im heimischen Raum öfter mit Großschadenslagen zu tun gehabt, zum Beispiel mit Hagelschlag, und von daher „eine gewisse Routine“ in der Abwicklung solcher Angelegenheiten. Seine Agentur habe hohe Anteile in der Gebäudeversicherung. Bei allen Schäden und deren schlimmen Folgen habe es die heimische Region letztlich nicht so schlimm getroffen wie Rheinland-Pfalz.

Dennoch: „Es gibt Schäden bis hin zu mehreren hunderttausend Euro. Die Gesamtsituation ist erschreckend“, sagt Lars Wygoda. Er ist froh, dass sein Büro das Thema Elementarschadensversicherung in den letzten Jahren oft beachtet hat. „Ein Großteil unserer Kunden hat sie sowohl in der Gebäude- als auch in der Hausratversicherung eingeschlossen.“

Etliche Betroffene ohne richtigen Versicherungsschutz

Elementarschäden sind Schäden, die durch „das Wirken der Natur“ verursacht werden. Als Elementarschäden gelten beispielsweise Schäden durch Sturm, Hagel, Überschwemmung, Erdbeben oder Schneelast.

Das war auch bei Maurice Pieper vom Versicherungsbüro der Continentale ein wichtiges Thema. Es habe etliche Kunden gegeben, die solche Schäden nicht mit eingeschlossen hatten, berichtet Pieper. Größtenteils seien Gebäude betroffen gewesen, aber auch einige Autos. Hier habe es Totalschäden gegeben.

Viele wollen nun Elementarschäden mitversichern

Wer keine Elementarschäden mitversichert hatte, habe oft nachgefragt, wie er den Vertrag nun anpassen könne. So erlebte es auch Yakup Tekin, Inhaber des Versicherungsbüros der Signal-Iduna an der Bachstraße. „Viele Betroffene stehen ohne Versicherungsschutz da, weil Elementarschäden nicht mitversichert sind. Tekin spricht von 90 Prozent.

„Viel Wasser und Dreck“, meldet Hermann Diedrich Jürgens von der Allianz-Agentur, die sich auf Gewerbe- und Industriekunden spezilisiert hat. In der Nette habe man einen Millionenschaden zu regulieren, auch in der Rahmede habe es einen Betrieb schwer erwischt. „Aber wir haben kaum Klein- oder Bagatellschäden.“

Provinzial: 250 Schadensfälle in der Region

Als größte Agentur im heimischen Raum gilt die Provinzial-Versicherung von Opitz, Rompza und Collura an der Bahnhofstraße. „Die Telefone laufen immer noch heiß“, berichtet Mitarbeiter Daniel Wickert.. Es habe „alle Arten von Schäden“ gegeben: Hausrat, überschwemmte Autos, aber auch Totalschäden an Gebäuden.

Für die Betroffenen seien das natürlich Katastrophen, „in jeder Hinsicht.“ Wickert schätzt die Zahl der Schadensfälle für seine Agentur auf rund 250. Das sei „eine Herausforderung, in der man als Versicherung glänzen muss“.

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