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Café Nostalgie eröffnet Mittwoch

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Nilifür Seker freut sich über die Wiedereröffnung
Nilifür Seker freut sich über die Wiedereröffnung © Privat

162 Tage sind vergangen. 162 Tage zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Verzweiflung und Zuversicht. Eine kleine Ewigkeit für Nilüfer Seker. Am Mittwoch, 22. Dezember, kann sie ihr Café Nostalgie wieder eröffnen. Ein Happy End nach der Flutkatastrophe.

Altena – „Wir haben es geschafft“, strahlt die 42-Jährige, die Mittwoch pünktlich um 9.30 Uhr an der Lennestraße die ersten Gäste empfangen möchte. Und die werden staunen. Das Café erstrahlt in freundlichen Rot-Weiß-Braun-Tönen mit gemütlichen Sitzplätzen, „goldenen Spiegeln“ und Bilderahmen, Kaffee-Accessoires und Weihnachtskugeln mit Nostalgie-Aufschrift. Und tatsächlich gibt es auch zwei neue Thron-Stühle, die vor der Flut die Gäste so begeistert hatten. Jetzt gibt es gar passende Kinderstühle. „Es ist fast schöner als vorher“, findet Nilifür Seker und freut sich riesig, ein schönes, kombiniertes Café und Eiscafé mit Eis- und Kuchentheke präsentieren zu können.

Auch an den Feiertagen geöffnet

Dass es zur Wiedereröffnung kein großes Tam-Tam geben kann, versteht sich gerade von selbst. „Aber wir wollen trotzdem gern vor Weihnachten öffnen. Viele haben gefragt“, erzählt die Altenaerin. Auch an den Feiertagen selbst ist das Café geöffnet. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass auch an den Weihnachtstagen gut zu tun ist, dann kommen die Familien vorbei“, sagt Nili, die „total aufgeregt ist“.

„Ein Viertel der Summe ist noch offen“

Kraftaufreibend, das waren die letzten Monate mehr als die Café-Besitzerin zu beschreiben vermag. Fassungslos hatte sie zusehen müssen, wie ihr Lebenswerk vor ihren Augen in der Flut davonschwamm. Der Schaden wurde auf insgesamt 100000 Euro beziffert. Spenden vom Rotary-Club, von Christiane Haupt, die ebenfalls finanzielle Hilfe organisierte, und von vielen Stammkunden retteten das Café Nostalgie. „Ein Viertel der Summe ist noch offen. Aber da mache ich mich nicht verrückt, denn ich weiß, dass ich noch etwas vom Land und der Stadt bekomme“, ist Nilifür Seker zuversichtlich. Dass sie erst jetzt einen Antrag bei der Stadt Altena gestellt hat, erklärt sie so: „Viele, und auch ich, hatten es so verstanden, dass erst Geld vom Land kommen muss, bevor es aus dem Spendentopf etwas gibt. Deswegen waren viele Flutopfer verunsichert und haben noch keinen Antrag gestellt. Das war wohl ein Missverständnis.“

Zum dritten Mal grundsaniert

Wenn das Nostalgie öffnet, ist es zum dritten Mal grundsaniert worden. „Dann muss auch gut sein“, schmunzelt Nilifür Seker und hofft, dass die schlimmen Zeiten ein für alle mal vorbei sind. „Wenn ich Mittwoch aufmache, dann brauche ich Donnerstag Urlaub. Ich merke richtig, wie urlaubsreif ich bin“, sagt sie und muss im selben Moment schmunzeln. Denn nur der Montag wird ein Ruhetag. Die ersten Kuchen sind schon in Vorbereitung. Geöffnet ist das Café Nostalgie dienstags bis sonntags von 9.30 Uhr bis 18 Uhr.

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