Massive Schäden durch Hochwasser

Nach der Flut: Beliebtes Kino im MK öffnet wieder 

Apollo-Kino in Altena
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Freuen sich auf die Kinofans: Nicole Güldner (l.) und ihr Team.

Erst Corona, dann die Flut: 13 Tage hatte das über den MK hinaus beliebte Kino offen, dann stand der ganze Keller unter Wasser. Nun sind die Flutschäden beseitigt und öffnet wieder - kurz vor dem Kino-Highlight des Jahres.

Altena – „Wir hoffen, dass wir bis zum 30. September wieder öffnen können. Dann startet nämlich der neue Bond-Film.“ Mit diesem Satz sorgte Nicole Güldner, Chefin des Apollo-Kinos, am Mittwoch (8. September) für ein Schmunzeln im Landtag. Sie kam in einem Film zu Wort, der in den stark vom Hochwasser betroffenen Gebieten NRWs gedreht und bei der Gedenkstunde des Landtags für die Opfer der Flutkatastrophe präsentiert wurde. Nun zeigt sich: Das Apollo-Team war sogar schneller als Bond.

Das beliebte Kino ist ab sofort wieder geöffnet. Am Donnerstag startet das Programm nach 58 Tagen mit „Fast and Furios 9“. Erst monatelanger Corona-Lockdown, dann die Flut. Gerade einmal 13 Tage war das Apollo-Kino geöffnet – vom 1. bis zum, 13. Juli. Einen Tag später flutete der Nettebach den gesamten Keller des Kinos, drückte das Wasser durch die Kellerdecke ins Foyer und in den kleinen Kinosaal.

Kino-Chefin: „Wir sind Stehaufmännchen“

Es begannen die härtesten zwei Monate, die das Team bislang erlebt hat. Die Heizung wurde ebenso zerstört wie einiges an Elektronikzubehör. Insgesamt schätzt Güldner die Schäden auf rund 45 000 Euro.

Aufgeben oder verzweifeln kam für sie und ihr Team nie in Frage. „Wir sind kleine Stehaufmännchen“, sagt die Chefin und lacht. Sie sind wieder aufgestanden, haben die Ärmel hochgekrempelt und aufgeräumt. „Wir hatten gehofft, eher wieder öffnen zu können, aber man sieht erst nach und nach, was alles kaputt ist.“ Fünf Bautrockner laufen immer noch im Kino.

Popcorn und Nachos lagern beim Nachbarn

Aber die Heizung funktioniert wieder, die Kinosäle sind trocken und sauber. Eine weitere gute Nachricht: „Unsere Technik hat nichts abbekommen“, sagt Güldner. Es kann wieder losgehen in der Nette. Film ab. Das Kino ist gegen Elementarschäden versichert, auch Soforthilfe hat die Betreiberin erhalten.

Zudem profitiert das Apollo-Kino von der großen Solidarität und Hilfsbereitschaft, die Altena nach der Flut auszeichnet. Patrick Hochstein, Wirt des Gasthauses Pilling, hat Lagerfläche im Obergeschoss seines Lokals angeboten, das ebenfalls massiv bei der Flut beschädigt wurde. Bei Pilling, gleich gegenüber vom Kino, lagern nun Lollis, Popcorn und Nacho-Schalen. „Außerdem haben wir auch unser Lager nochmal umgebaut“, sagt Güldner. Denn viel Zubehör lagerte vor dem Hochwasser im Keller. Der ist nicht wieder voll nutzbar.

Corona: Kinosäle nicht voll belegt

Doch gerade jetzt wird mehr Platz benötigt: Im Apollo laufen die Vorbereitungen für die Premiere des neuen Bond-Films am 30. September auf Hochtouren. Dazu gehört auch die Bestellung eines Papp-007 und weiterer Werbematerialien. Der Vorverkauf für „Keine Zeit zu sterben“ startet im Apollo bereits am Montag, 13. September, gezeigt wird er ab 30. September in allen Sälen. Und zwar unter gelockerten Corona-Bedingungen.

Maskenpflicht besteht nur noch bis zum Platz, es gilt die 3G-Regel. Theoretisch dürfte jeder Platz belegt werden, „aber ich selbst würde auch nicht mehr als zwei Stunden Schulter an Schulter in einem vollen Kinosaal sitzen wollen“, gibt Güldner zu. Daher wird es im Apollo weiterhin freie Sitzplätze und mehr Abstände geben.

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