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Nach dem Waldbrand am Hegenscheid: Schaden wird ermittelt

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Von: Jona Wiechowski

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Angetrieben durch den Wind fraß sich das Feuer am Hegenscheid immer weiter in den Wald hinein und zerstörte diesen hektarweise.
Angetrieben durch den Wind fraß sich das Feuer am Hegenscheid immer weiter in den Wald hinein und zerstörte diesen hektarweise. © Wiechowski, Jona

Nach dem verheerenden Waldbrand am Hegenscheid bleibt eine abgebrannte Fläche mit einer Größe von etwa 19 Fußballfeldern zurück. Was als nächstes passiert, erklärt Bezirksförster Sebastian Blanke.

Altena – Wie hoch der Schaden ist, der durch das Feuer im Wald entstanden ist, könne man jetzt noch nicht sagen, erklärt Sebastian Blanke auf Nachfrage. Der Bezirksförster ist unter anderem für den Hegenscheid zuständig.

Wenn das Feuer aus sei, könne damit begonnen werden, den Schaden zu ermitteln. Dann werde geschaut, ob der Waldbesitzer versichert sei – in diesem Fall würde die Waldbrandversicherung greifen, die den Schaden nach einer Tabelle erstatte. Wobei: Alles könne nicht beziffert werden, sagt Blanke und nennt etwa Tiere, die bei dem Brand umgekommen sind.

Nach dem Brand bleibt eine schwarze Fläche zurück. Wie es konkret weitergeht, steht noch nicht fest.
Nach dem Brand bleibt eine schwarze Fläche zurück. Wie es konkret weitergeht, steht noch nicht fest. © Wiechowski, Jona

Wie es danach auf der betroffenen Fläche (rund 14 Hektar oder 140 000 Quadratmeter) weitergeht, entscheide der Waldbesitzer. Unabhängig davon sei klar: Die Natur komme quasi sofort nach dem Brand wieder, beschreibt der Förster. „Das geht relativ schnell.“ Beispielsweise Löwenzahn wachse innerhalb weniger Wochen. Gut möglich sei auch, dass im nächsten Jahr schon die ersten Birken in dem Gebiet wachsen würden, so Blanke.

Drohneneinsatz am späten Abend

Der Waldbrandeinsatz, der am Mittwochnachmittag gestartet war, zog sich über Tage – und erforderte auch am Wochenende noch einmal das Eingreifen der Feuerwehr. „Am Samstag waren zwei Kollegen mit Drohnen vor Ort, das zweite Mal um 23 Uhr“, berichtet Freya Balk von der Feuerwehr Iserlohn auf Nachfrage unserer Zeitung. Mit der Wärmebildkamera der Drohne konnten Wärmequellen aufgefunden werden. Die Brandsicherheitswache konnte dank der Drohnenbilder zu den Stellen gelotst werden und diese ablöschen. Am Sonntagabend gegen 22 Uhr war die Feuerwehr dann noch einmal mit einer Drohne zur Kontrolle ausgerückt, habe aber nichts mehr feststellen können, so Balk weiter.

Am Mittwoch noch war die Feuerwalze über Stunden außer Kontrolle, weshalb die Bewohner einiger Häuser und Höfe am Hegenscheid als Vorsichtsmaßnahme evakuiert wurden. In der Spitze waren mehr als 450 Einsatzkräfte – Feuerwehr, Polizei sowie die Hilfsorganisationen DRK und THW – im Einsatz. Die Polizei unterstützte die Arbeiten mit zwei Polizeihubschraubern aus der Luft, die mit Wassersäcken, sogenannten „Bumbi-Buckets“ mit etwa 820 Litern Fassungsvermögen, ausgestattet waren. Feuerwehr-Pumpenspezialisten aus dem Kreis Olpe brachten Hochleistungspumpen an den Hegenscheid, mit denen bis zu 9000 Liter Wasser pro Minute aus der Lenne in das betroffene Gebiet befördert werden konnten.

Der Regen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag brachte zunächst eine leichte Entspannung der Lage, ehe der Waldbrand am Donnerstag durch Wind erneut angefacht wurde. Am Abend kam dann die erlösende Nachricht: Der Waldbrand ist vollständig unter Kontrolle und der Einsatz kann zurückgefahren werden. Die Brandwache übernahm die Feuerwehr Iserlohn, die auch am Wochenende die Nachlöscharbeiten übernahm.

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