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25 C und E-Mitarbeiter kümmern sich um Altena

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Von: Thomas Bender

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Salzlager Bauhof Brachtenbecker Weg
Auch die Salzhalle des Bauhof steht im Wiederaufbauplan. Allerdings würden wohl nicht alle Kosten für ihre Erneuerung übernommen, sagte Schwarz. Das Hochwasser habe die Fundamente angegriffen, sei aber nicht für Korrosionsschäden verantwortlich. Deshalb werde wohl nur ein Teil der Kosten des anstehenden Neubaus übernommen. © Bender, Thomas

„Wir planen nichts“ – mit dieser Feststellung räumte Olaf Schwarz, Projektleiter für den Wiederaufbau nach dem Hochwasser im Jahr 2021, mit einem weit verbreiteten Irrtum auf. Die Büros C und E Consulting und PBS Planungsbüro Schumacher koordinieren stattdessen alle Maßnahmen, die zur Umsetzung des Wiederaufbauplans erforderlich sind. Dazu gehören auch Ausschreibungen und Vergaben, und zwar nicht nur von Bauarbeiten, sondern auch von Ingenieurs- und Planungsleistungen.

Altena – Schwarz war in den Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr gekommen, um über den Stand des Wiederaufbaus zu berichten. Zwölf Maßnahmen seien „quasi abgeschlossen“, berichtete er – quasi deshalb, weil in der Sekundarschule, am Lennepark, im Jugendzentrum und an anderen Orten die Schäden zwar behoben sind, die Stadt aber noch auf ihr Geld wartet. Das liegt am „Fördermittelgeber“, also an der Bezirksregierung: Dort arbeitet man noch an den für die Verwendungsnachweise notwendigen Formulare – und ohne Verwendungsnachweis fließt kein Geld.

Stadt muss in Vorleistung treten

Insgesamt geht es um gut 2,7 Millionen Euro, für die die Stadt in Vorleistung treten musste. Die dafür anfallenden Zinsen übernehme die Bezirksregierung nicht, sagte Schwarz auf Nachfrage des CDU-Ratsherrn Dennis Montag. Für die Probleme von Land und Bezirksregierung äußerte Schwarz Verständnis: Dort seien viele zur Abwicklung der Wiederaufbauhilfen geschaffene Stellen nicht besetzt, die Arbeit sei vom vorhandenen Personal schlicht nicht zu schaffen.

Um welche Dimensionen es geht, verdeutlichte der Projektleiter mit Hinweis auf das auf seiner Seite eingesetzte Personal: Projektleiter und dessen Stellvertreter, acht Projektverantwortliche, drei Rechtsanwälte, Assistenzen, Spezialisten für Vergaben – 20 bis 25 Mitarbeiter arbeiten bei C und E derzeit ausschließlich für Altena. Es sei richtig gewesen, C und E zu beauftragen, sagte Stefan Kemper: „Wir hätten weder das Personal noch das Fachwissen, um diese Arbeiten hier im Haus durchzuführen“. Regelmäßige Besprechungen sorgen dafür, dass die Verantwortlichen im Rathaus auf dem Laufenden bleiben.

Seiten haben ellenlange Wartezeiten

Zu den personellen Problemen der Bezirksregierung kommen solche technischer Natur: Bevor es losgehen kann mit einzelnen Maßnahmen, müssen Online so genannte Projektdatenblätter ausgefüllt werden – das seien Formulare mit sehr langen Ladezeiten, sagte Schwarz: Bis zu zwei Minuten dauere es, bis eine Seite dieses Formulares aufgerufen sei.

Mit knapp 30 dieser Datenblätter beschäftigt sich C und E zur Zeit. Fünf sind bereits bewilligt – „das haben andere Kommunen noch nicht geschafft“, sagte Schwarz. 15 weitere sind bereits beantragt, darunter auch die Freilegung des unter der Firma Duschking verlaufenden Bachs. Für neun laufen die Arbeiten jetzt an. Dazu gehören der Hügelweg, der Neubau der am Brachtenbecker Weg abgebrochenen Stützmauer und der Neubau der Bushaltestelle Grünewiese.

Ein ganz großes Thema sind nach wie vor die Kanäle: Keiner weiß genau, wie es in ihnen aussieht. Deshalb läuft gerade die Ausschreibung für eine sogenannte Kanalbefahrung, bei der der Zustand der Rohre mit Hilfe von Kameras untersucht wird. Damit kann bald begonnen werden: Ein erstes Los stehe kurz vor der Vergabe, berichtete Schwarz.

Kanäle nach wie vor ein großes Thema

Auch die Planungen für den zukünftigen Umgang mit den Bächen im Bereich des Frei- und Hallenbades sollen bald vergeben werden. Das sei eine erforderliche Vorarbeit für den Neubau des Bads, erklärte Schwarz. „Es sollte grundsätzlich das Ziel sein, die Gewässer wieder offenzulegen“, sagte er. Einerseits könne man ihnen dann oft mehr Platz geben, andererseits komme man bei Hochwasser besser an festsitzendes Treibholz oder andere Hindernisse heran, die den Abfluss behindern.

Da sieht es oft noch aus wie Kraut und Rüben.

Olaf Schwarz über den Zustand der Wälder

Dass da noch einiges an Holz kommen kann, zeige ein Blick in die Wälder, sagte Schwarz: „Da sieht es oft noch aus wie Kraut und Rüben“. Sorgen bereiten ihm auch die durch den Borkenkäferbefall verursachten Kahlflächen, die wenig Wasser aufnehmen können. Möglicherweise werde es erforderlich, durch Geröllbremsen und andere aus dem Alpenraum bekannte Einbauten in den Gewässern noch oberhalb der Bebauung Geröll und Treibholz zurückzuhalten.

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