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Nach Corona-Zwangspause: Jugendherberge im MK kämpft um Gäste

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Von: Janine Tokarski

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Die Jugendherberge ist beliebt: Hier gibt es pro Jahr 7600 Übernachtungen.
Die Jugendherberge ist beliebt: Doch seit Wiedereröffnung nach dem Lockdown kämpft sie um Gäste. © Spies

17 Monate lang war die Jugendherberge auf der Burg während der Corona-Pandemie geschlossen. Seit August ist sie wieder offen, doch noch sind die Zahlen nicht auf dem Stand von vor Corona. Das liegt vor allem an Klassenfahrten.

Altena – Seit Mitte August ist die Unterkunft mit 60 Betten wieder geöffnet. Doch noch immer ist „die Jugendherberge als kleinerer Standort sowie als Gruppenhaus stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen“, sagt Gesa Hauschild aus der Presseabteilung des Landesverbands Westfalen-Lippe im deutschen Jugendherbergswerk.

„Die Buchungslage ist aktuell noch unter dem Vor-Corona-Niveau; ebenso die Vorbuchungen für 2022.“ Zahlen nennt der Landesverband aktuell nicht. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 – vor Ausbruch der Pandemie – gab es 7974 Übernachtungen von 4015 Besuchern auf der Burg, wo Richard Schirrmann 1874 die erste Jugendherberge der Welt gründete. Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 843 Übernachtungen von 474 Gästen. Vor allem bei ihren beiden Hauptzielgruppen verzeichneten die Jugendherbergen in 2020 dramatische Verluste. Nämlich bei Schulklassen und Freizeitgruppen.

Stornos von Klassenfahrten drücken auf Bilanz

Das Geschäft mit Gruppen läuft auch jetzt nur zögerlich wieder an. „Bei der Burg als kleinerer Jugendherberge fallen stornierte Klassenfahrten mehr ins Gewicht“, erläutert Hauschild. Die Verantwortlichen der Schulen sind vorsichtig, einige sagen Fahrten mit Blick auf steigende Inzidenzen wieder ab.

Zumal es in der Jugendherberge in Altena, die klar auf Gruppen ausgerichtet ist, fast ausschließlich Gemeinschaftsbäder und Mehrbett-Zimmer gibt. Wenn dann Gruppen mit 30 Gästen oder mehr nicht kommen, schlägt sich das deutlich in der Bilanz der Unterkunft nieder. Doch der Träger bleibt optimistisch. „Wir rechnen auch für die Burg Altena noch mit einer positiven Entwicklung für das Jahr 2022“, sagt die Vertreterin des Landesverbands. Erste Klassen haben seit August bereits wieder in der Jugendherberge übernachtet.

Erste Klassenfahrten: besonders gute Stimmung

„Was sehr auffällig ist: Die tolle Stimmung der Kids“, sagt Hausleiterin Britta Seeger. Schüler und Lehrer seien sehr froh und dankbar, nach der langen Zeit des Lockdowns wieder ein Stück Normalität zu erleben. „Die Kids sind besonders ausgelassen und fröhlich – und die Lehrer freuen sich, dass das soziale Miteinander gestärkt wird.“

Froh ist der Landesverband, dass er trotz drastischer Einbußen von bis zu 80 Prozent in seinen 29 Häusern keine Herberge dauerhaft schließen musste. Möglich war dies durch Rettungsschirme von Bund und Land und Investitionsstopps in den Herbergen.

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