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Große Coronatest-Aktion zum Schulstart - mit erfreulichem Ergebnis

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Von: Maximilian Birke, Thomas Bender

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Urteil: Kein Distanzunterricht für einzelnen Schüler in Pandemie
Zurück im Klassenzimmer: Zum Schulstart hat sich die Corona-Situation entspannt. © Matthias Balk/dpa/dpa-tmn

Der massive Corona-Ausbruch an einer Grundschule im MK ist überstanden, die Kinder sind nach den Ferien zurück in den Klassenzimmern. Vor dem Schulstart gab es eine besondere Testaktion für Schüler in der Stadt: Mehr als 340 Schüler machten mit.

Altena – Nachdem es vor den Weihnachtsferien am Grundschulstandort Mühlendorf einen größeren Corona-Ausbruch gegeben hatte und die Kinder für wenige Tage in den Distanzunterricht gehen mussten, bot das DRK am Sonntag (9. Januar) im Testzentrum in der Burg Holtzbrinck zusätzliche Testtermine speziell für Schüler an. Die wurden ausgesprochen gut angenommen. Neben 144 Schülern der Grundschule Mühlendorf wurden mehr als 200 weitere Kinder und Jugendliche getestet – alle mit negativem Ergebnis.

Wolfgang Wilbers, Leiter der Grundschule Altena, ging am Montag daher ohne große Bedenken in den ersten Schultag. „Wir sind ganz normal an den Start gegangen“, sagte er. „Was die Testeritis ergibt, werden wir noch sehen.“ Seit Montag (10. Januar) müssen Grundschüler nicht mehr nur einen, sondern gleich zwei Abstriche abgeben, die dann im Labor analysiert werden.

Grundschule: Keine schweren Verläufe bei Covid-Erkrankten

Die Ergebnisse werden in der Grundschule erst am Dienstag (11. Januar) vorliegen. „Angst, dass sich ein Infektionsgeschehen wie vor den Ferien so schnell wiederholen könnte, habe ich im Kollegium nicht wahrgenommen. Wir lernen mehr und mehr mit der Krankheit umzugehen“, so Wilbers. Gleichwohl ist der Schulleiter sicher, dass es wieder Infektionen geben wird.

„Die Inzidenzwerte gehen gerade rapide hoch. Früher oder später wird es auch hier passieren.“ Die Schüler, die sich vor den Weihnachtsferien infiziert hatten, seien inzwischen wieder in der Schule. Sie sind genesen; schwere Krankheitsverläufe habe es nicht gegeben.

Kindertagesstätte und Kindertagespflege: Tests Sache der Eltern

Testen, testen und nochmal testen – das gilt auch weiterhin in den Kindergärten und Schulen. Allerdings gibt es unterschiedliche Verfahren und mit dem Jahreswechsel auch einige Änderungen. Ein Überblick:

In Kitas sind die Tests Sache der Eltern, denen vom Kindergarten entsprechende Tests zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich um sogenannte Spuck- oder Lollitests, für die kein Abstrich im tieferen Mund- oder Nasenraum erforderlich ist. Die Eltern sollen ihre Kinder zweimal pro Woche testen und dem Kindergarten das Ergebnis schriftlich mitteilen. In einem Brief an Eltern und Erzieherinnen teilte Familienminister Joachim Stamp (FDP) vor Weihnachten mit, dass bald auf drei Tests pro Woche erhöht werden soll. Es soll außerdem auf einen neuen, zuverlässigeren Test umgestellt werden, der auch auf die neue Omikron-Variante ansprechen soll.

Doppelte Teststrategie an Grundschulen

Hier gibt es mit dem Jahreswechsel die größten Veränderungen. Auch hier wird mit Lolli-Tests getestet, die aber von einem Labor ausgewertet werden. Die Kinder müssen jetzt im Gegensatz zu bisher zwei Teststäbchen abgeben. Eins kommt zusammen mit denen der anderen Kinder der Klasse in den sogenannten Pool, der vom Labor zuerst untersucht wird. Sollte diese Pool-Probe positiv ausfallen, erhalten alle Eltern sofort eine Nachricht per SMS.

Sie dürfen ihre Kinder dann nicht mehr in die Schule schicken. Auch die Schulleiter werden informiert. Wie Wolfgang Wilbers berichtet, geschehe das manchmal aber reichlich spät. Teilweise klingelt sein Diensthandy mitten in der Nacht oder früh morgens. Manchmal kämen Ergebnisse auch gar nicht an. „Das ist schon eine Zumutung.“

Gleichzeitig beginnt im Labor die Auswertung der Einzelproben, um herauszufinden, welche Kinder tatsächlich infiziert sind. Sobald das Ergebnis dieser Tests vorliegen, erhalten die Eltern per E-Mail oder SMS Informationen, wo und wie sie das Testergebnis abrufen können. Sollte die Pool-Probe negativ sein, erfolgt keine Auswertung der Einzelproben. Sie werden vernichtet. In den Förderschulen wird nach dem gleichen Verfahren getestet.

Burggymnasium: „Vorsichtige Schüler und Lehrer“

Am Burggymnasium (BGA) und in der Sekundarschule testen sich die Schüler mit den üblichen Schnelltests, also mit Abstrichen aus dem Nasen- und dem Rachenraum. Dieses System funktioniere sehr gut, berichtete BGA-Leiter Hans-Ulrich Holtkemper. Auch er macht sich allgemein nicht viele Sorgen. „Wir sind in der komfortablen Situation, dass wir scheinbar sehr vorsichtige Schüler und Lehrer haben. Weniger als ein Prozent der Schülerschaft ist derzeit infiziert“, berichtete er. Von 800 Schülern waren am Montag gerade einmal fünf infiziert, zwei der fünf Infektionen müssen noch über einen PCR-Test bestätigt werden.

Vor dem Hintergrund dieser niedrigen Zahlen begrüßte Holtkemper, dass der Unterricht weiterhin in Präsenz stattfindet. Durch Online- und vor allem durch Hybrid-Angebote seien viele und sehr unterschiedliche Defizite entstanden, die nun aufgearbeitet werden müssen. „Individueller Unterricht spielt jetzt eine viel größere Rolle als früher.“ Grundsätzlich gebe es zwar weiterhin Frontalunterricht; um jedem Schüler gerecht zu werden, haben sich Methodik und Aufgabengestaltung insgesamt aber verändert.

Wissenslücken durch Home- und Hybrid-Unterricht

Und: „Es ist ein höheres Maß an Selbstdisziplin erforderlich. Schüler müssen gezielt Fragen stellen, damit Wissenslücken geschlossen werden können“, betont der Schulleiter. Für ihn ist trotz aller Bemühungen bereits gewiss: „Alles werden wir sicher nicht aufgearbeitet bekommen.“

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