Ein Muss: Sicherheit im Vordergrund

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Klaus-Peter Hennig (l.) überreicht den Safe-Award an Dr. Jan Jürging und seine Mannschaft in Altena. ▪

ALTENA ▪ Die Firma ThyssenKrupp VDM versteht Nachhaltigkeit als einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmenskultur. Und das gilt nicht nur für die Produkte, sondern auch für die Sicherheit der Mitarbeiter. „Alle arbeiten gemeinsam daran, dass kein Mitarbeiter bei der Arbeit verunglückt“, versicherte Klaus-Peter Hennig, Vorstand der Business Area Stainless Global. Er hat gestern dem Werk in Altena den Safe-Award 2010 verliehen.

Dieser Preis wurde bereits zum dritten Mal vergeben, die Altenaer bekamen ihn zum zweiten Mal. „Das ist sensationell“, meinte Hennig. Mit dem Safe-Award solle die Arbeitssicherheit in den Produktionsstätten erhöht werden, und zwar nachhaltig, erklärte er.

Zwei Drittel der Arbeitsunfälle, die in Altena passieren, sind Schnittwunden und betreffen Hände und Arme. Da setzte die Projektgruppe an, und zwar mit der Kaizen-Methode. Kaizen wurde in Japan entwickelt und bedeutet: Kai gleich Veränderung, Wandel; Zen gleich zum Besseren – im Zentrum dieser Philosophie steht das Streben nach ständiger Verbesserung. In der Wirtschaft wurde das Konzept zu einem Managementsystem weiterentwickelt. „Wir haben uns gefragt, wie können wir uns mit dieser Methodik die Arbeitssicherheit vornehmen und gründeten ein interdisziplinäres Team“, berichtete der stellvertretende Werksleiter Dr. Jan Jürging. Dort seien Probleme beschrieben und Ideen zur Verbesserung gesammelt worden. Teilweise seien dann Maßnahmen direkt umgesetzt worden, für die anderen seien Ziele gesetzt worden. Alles sei protokolliert worden, „jede kleinste Beeinträchtigung, jeder kleiner Ritz oder ein Staubkorn im Auge“.

Heraus gekommen ist die Kaizen-Zeitung mit insgesamt 30 Maßnahmen. Sie soll die Nachhaltigkeit des Projektes sicherstellen. „Die Arbeitssicherheit muss immer im Vordergrund stehen“, so Hennig.

Festgestellt hat das Kaizen-Team beispielsweise, dass fehlendes oder defektes Werkzeug an den Anlagen Gefahren birgt. So bekommt jetzt jeder Mitarbeiter sein eigenes Werkzeug, für das er dann auch selbst verantwortlich ist. Weiter soll eine Lösung gefunden werden, wie rotierende Teile an Drehbänken abgedeckt werden können, um zu verhindern, dass heiße Metallspäne unkontrolliert herumfliegen. Auch fehlte an der Richtpresse ein Kettenschutz an den Rollgängen. Dort bestand die Gefahr, dass Kleidung sich einzog oder sich der Arbeiter die Finger quetschte. In der Dreherei fehlte ein Telefon, jetzt ist eins an der Wand montiert – für Notfälle. Außerdem wurden Hinweistafeln aufgestellt zum Thema „Handschuhe an rotierenden Teilen verboten“. Die bisherigen Maßnahmen hätten bereits gegriffen, erklärten gestern die Verantwortlichen. ▪ Von Ilka Kremer

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