Museums-Mitarbeiter müssen sich kurz fassen

Stephan Sensen sucht nach einer Übersetzung für das Sprichwort „Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen“.

ALTENA ▪ So stark zeitlich begrenzt wie bei diesem Projekt wären er und seine Mitarbeiter noch nie gewesen, erklärt Museumsleiter Stephan Sensen. Das Projekt heißt „Multi media-Guides“. 50 Stück bekommt die Burg und die sollen ab Herbst die Besucher durch die Ausstellung führen.

„Ich mache eigentlich immer Überstunden“, schmunzelt Sensen bei der Frage, wie zeitintensiv das Zusammentragen von Fakten, Foto- oder Kartenmaterial für die Software der Smartphone ähnlichen Guides ist. „Es geht schon viel Zeit dafür drauf“, gibt er zu. Sensen und sein Team müssen die Geschichte der Burg und der Grafschaft Mark erklären, und das kurz und knapp. „Man muss sich sehr disziplinieren“, verdeutlicht der Museumsleiter. Denn die Standardtexte für die Multimediaguides liegen zwischen 31 und 60 Sekunden – ist ein Beitrag länger, wird er auch teurer. „Und das ist nicht drin.“

Die Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Agnes Zelck und der Museumspädagogin Bernadette Lange sei dabei sehr schön. „Jeder von uns hat einen anderen fachlichen Blickwinkel, so ergänzen wir uns prima.“

Getextet ist bisher die deutsche Fassung der Erwachsenenführung. Sie wird derzeit von professionellen Sprechern eingesprochen. Jetzt arbeiten die Museumsmitarbeiter an den Fassungen in Englisch und Niederländisch. Das sei teilweise eine echte Herausforderung, vor allem für den Sprichwort-Raum. „Gewisse Sprichwörter, wie ‚etwas auf dem Kerbholz haben‘ kann man nicht wortwörtlich übersetzen, da muss ich dann Vergleichbares finden“, verdeutlicht Sensen. Er zieht dazu nicht nur Literatur zu Rate, sondern auch Übersetzer aus England oder den Niederlanden.

Doppelt schwierig seien die Texte für die Kinderversion. Zum einen, weil sie kindgerecht verfasst werden müssten, und zum anderen, weil sie zeitlich synchron mit der Erwachseneversion angelegt werden müssen. „Damit am Ende keiner auf den anderen warten muss“, erklärt Sensen. Die Texte werden angelehnt an das Buch „Söckchen und Fläd erobern die Burg Altena“, das der Märkische Kreis vor einigen Jahren veröffentlicht hat.

Stephan Sensen macht noch einmal deutlich, dass die Multimedia-Guides kein Ersatz für personelle Führungen sein sollen, sondern ein ergänzendes Angebot für einzelne Besucher. Und: „Dieses Projekt bringt uns auf den Stand der Technik der größeren Museen“, sagt der Leiter nicht ohne Stolz. Ausgestattet mit einer speziellen Ortungstechnik werden die Guides im Übrigen die Museen Burg Altena weltweit zu einem der ersten machen, die diesen Service anbieten. ▪ Von Ilka Kremer

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